MHP – das Auto wird zur Packstation

Die Bestellung aus dem Internet ist auf dem Weg zur angegebenen Adresse, aber keiner ist zu Hause. Der Paketzulieferer kommt ein zweites Mal – und wieder ist keiner anzutreffen. Dann liegt meist ein Benachrichtigungszettel im Briefkasten – das Paket muss in irgendeinem Shop oder einer Filiale des Zustellers abgeholt werden. Für den Kunden ein weiterer Aufwand – für MHP der Anlass, eine neue Idee zu entwickeln …

Sehen Sie im folgenden das rund zweieinhalbminütige Video oder lesen Sie darunter den ausführlichen Artikel.

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Bitte in mein Auto liefern

Online-Bestellungen sind schnell, bieten ein breites Angebot und sind sehr komfortabel. Vorausgesetzt, man ist bei der Lieferung auch zu Hause – oder hat die Möglichkeit, das Paket an einer Ablegestelle oder beim Nachbarn hinterlegen zu lassen. Ansonsten muss man mit dem Benachrichtigungzettel dann doch wieder zu einem Shop oder einer Filiale, um die Sendung abzuholen. Das kostet Zeit – und manchmal auch Nerven.

An dieser Stelle hat VW mit Hilfe von MHP eine Idee entwickelt und dieses Szenario in einem Pilotprojekt mit Audi, DHL und Amazon in München getestet. Dabei konnten Kunden als Lieferadresse bei Amazon „Ihr Auto“ angeben. Das eigene Auto wird sozusagen zur Paketstation.

Dabei erhält der Zusteller diese Information als Mitteilung auf sein Smartphone. Via GPS kann er dann über die App das Fahrzeug lokalisieren und diesen Abstellort ansteuern – er muss sich nicht in der Nähe der Wohnung des Empfängers befinden. Vor Ort nutzt der Paketbote dann seinen digitalen „Einmalschlüssel“, um den Kofferraum des Autos zu öffnen. Sollte das in der App beschriebene Fahrzeugmodell in derselben Farbe häufiger auf dem Parkplatz anzutreffen sein, kann der Bote zusätzlich durch Einschalten der Warnblinkanlage das richtige Auto ausfindig machen. Zeitgleich erhält der Kunde die Information, dass ein Zustellprozess im Gange ist. Sobald das Paket im Auto liegt, erlischt dann der Einmalschlüssel.

Car-Access-Based Service hat noch viel Potential

Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: für den Kunden wird der Service besser, und die Paketzulieferer sparen Zeit und Geld. Doch nicht nur die Zustellung soll laut Dr. Oliver Kelkar, Associated Partner bei MHP, einfacher werden:

„Was ich eigentlich noch viel spannender finde, ist, dass man auch seine Retouren abholen lassen kann. Denn: mich wegen einer Retoure eine halbe Stunde am Samstag in die Schlange zu stellen, um ein Paket abzugeben – das finde ich viel unspannender als mich eine halbe Stunde hinzustellen, um die neue Playstation abzuholen.“ (Dr. Oliver Kelkar)

Zurzeit gibt es laut Schätzung von MHP zwischen 200.000 und 300.000 Fahrzeuge in Deutschland, die die Voraussetzungen für die beschriebene Funktionalität bieten. Und aufbauend auf diesen „Car-Access-Based Services“ sind noch viele weitere Dienste möglich. Voraussetzung für einen noch größeren Erfolg wäre allerdings, dass sich solche Dienste auch mit älteren Fahrzeugen realisieren lassen. Hierfür wären entsprechende Nachrüstlösungen gefragt.

Denn wenn die technischen Voraussetzungen gegeben sind, lassen sich aus diesem Konzept viele weitere Geschäftsmodelle entwickeln, die über die Auslieferung und Abholung von Paketen hinausgehen. Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass man im Einkaufszentrum den Auftrag erteilt, die Taschen sollen direkt ins Fahrzeug ausgeliefert werden, das in der Tiefgarage parkt. Oder der Autobesitzer lässt während der Parkzeit sein Fahrzeug reinigen. Ein weiteres Beispiel nennt Dr. Oliver Kelkar:

„Oder wenn man mal wieder den Hochzeitstag vergessen hat, dann liegt der Blumenstrauß schon auf dem Beifahrersitz.“
(Dr. Oliver Kelkar)

Tolle Ideen und Innovationen, die hier entstehen und uns im Alltag praktischen Nutzen bringen. Bleibt zu hoffen, dass bald genügend Fahrzeug die erforderliche Ausstattung mitbringen – sei es ab Werk oder per Nachrüstung …

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