Geschäftsmodelle rund ums vernetzte Fahrzeug und 5G

Aufmacherbild: (C) Ericsson

Wenn über die nächste Mobilfunkgeneration  diskutiert wird, ist oft die Rede davon, dass 5G auch ganz neue Geschäftsmodelle erfordert. Vernetzte Fahrzeuge, das Internet der Dinge und viele weitere Anwendungen müssten über ihre Wertschöpfung dazu beitragen, die hohen Investitionskosten für das zukünftige Mobilfunknetz zu finanzieren. Im Rahmen des Bühnenmagazins der Intelligenten Welt auf der ConCar Expo 2016 sprachen wir mit Jürgen Daunis, Sales Director bei Ericsson, darüber, wie solche Geschäftsmodelle aussehen könnten.

In seinem Kurzvortrag machte Jürgen Daunis schnell klar, dass 5G nach Einschätzung von Ericsson ein wichtiger Treiber für die Mobilität der Zukunft, aber auch grundsätzlich für die Vernetzung von Industrie und Gesellschaft sein wird. Die Trend geht weit über die Automobilbranche hinaus und umfasst etwa auch eHealth-Anwendungen und viele weitere Branchen.  Bis 2020 erwartet Ericsson, dass die Anzahl vernetzter Endgeräte von heute 5 Milliarden auf 26 Milliarden anwachsen wird. Später werden dann schnell die Marken 50 Milliarden und 100 Milliarden erreicht werden.

Drei Entwicklungsstufen der Telematik

In seinem Vortrag vor Vertretern der Automotive-Branche ging Jürgen Daunis beispielhaft auf die Entwicklung der Fahrzeugvernetzung ein. Er beschrieb drei Stufen von Telematik-Anwendungen:

Telematik 1.0 basierte auf klassischen Abomodellen, wie sie etwa Dienste à la OnStar anbieten.

Telematik 2.0 verlagert die Wertschöpfung zu den Autoherstellern (im Branchenslang „OEMs“). Sie können etwa durch Fernwartung oder Remote-Updates Kosten sparen und ihren Kunden neue Dienste anbieten. Dafür übernehmen sie zumindest einen Teil der Kommunikationskosten.

Telematik 3.0 verknüpft die Systeme im Fahrzeug und in den Backends der OEMs mit dem Rest der Welt. So werden Dienste wie vernetzte Informationen über den Straßenzustand möglich, aber auch ganz neue Geschäftsmodelle wie die Lieferung von Paketen ins sonst verschlossene geparkte Fahrzeug.

Viele Ansätze für neue Geschäftsmodelle rund um 5G

Klar ist für Jürgen Daunis, dass die Digitalisierung der Fahrzeuge und die Entwicklung hin zum autonomen Fahren wichtige Treiber für künftige Geschäftsmodelle sind. Auch Mobilitätskonzepte – also der Fokus auf die Nutzung von Fahrzeugen statt auf deren Besitz – ändern die Rahmenbedingungen für die Autohersteller und ihre künftigen Wertschöpfungsketten. Wer die Schnittstelle zum Kunden kontrolliere, befinde sich am oberen Ende dieser Kette – kein Wunder, dass die Autohersteller diesen wichtigen Aspekt nicht an Dritte wie Google oder Apple abgeben wollen.

Der Ericsson-Sales-Director kann sich gut vorstellen, dass Konnektivität zur Infrastruktur künftig eine Voraussetzung dafür sein wird, dass Fahrzeuge überhaupt noch in Städte einfahren dürfen – so wie heute Citymaut-Systeme oder Umweltplaketten.

Zu den Rahmenbedingungen dieser Entwicklung zählen weitere Trends wie die weltweite Urbanisierung, der Wandel gesellschaftlicher Werte oder die Verschärfung von Umweltgesetzgebungen. Nicht zu unterschätzen sei zudem der Aspekt Sicherheit. Er werde von Unternehmen gern gemieden – bis es zu einem „Breach“ und somit einer Krise komme. Sicherheit müsse auf jeden Fall Ende-zu-Ende konzipiert werden, mahnt der Experte.

Was ist für die Automobilbranche zu tun?

Wichtige Erkenntnisse aus dem Vortrag von Jürgen Daunis: Das vernetzte Auto ist Grundlage der Transformationen in der Automobilindustrie und somit der dort entstehenden Geschäftsmodelle. OEM-eigene Telematiklösungen müssen Teil einer umfassenderen Ökosystems werden und sich somit vor allem mit der Infrastruktur vernetzen.

Einen Mitschnitt des kompletten Vortrags von Jürgen Daunis und der anschließenden kurzen Fragerunde sehen Sie hier (Spielzeit 12:44 Minuten):

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