Blockchain kompakt

Aufmacherbild: (C) David Stankiewicz via Wikimedia, CC BY-SA 4.0

Frank Bolten vom Beratungsnetzwerk CHAINSTEP ist ausgewiesener Experte zum Thema Blockchain. In dieser Funktion hat er das komplizierte, aber zukunftsweisende Thema bereits hier auf Intelligente-Welt.de erklärt. Und wir haben ihn natürlich gern als Redner zu unserem Bühnenmagazin auf der ConCar Expo 2016 eingeladen. Sein Thema dort: Worum geht es bei Blockchain überhaupt, und warum ist dieses innovative Transaktionskonzept gerade auch für Connected Cars und Connected Devices extrem wichtig?

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenstruktur, in der es für die Teilnehmer möglich ist, Transaktionen direkt miteinander abzuwickeln. Hierbei ist der aktuelle Stand und die Historie aller Transaktionen aller Teilnehmer gespeichert.

Ausgehend von dieser Definition erklärte Frank Bolten, was hinter diesem Schlagwort steckt – nämlich ein „verteiltes Journal mit eingebautem Vertrauen“. Die Zielsetzung ist die sichere und bequeme Übermittlung von Werten über das Internet. Und zwar ohne einen Mittelsmann wie es heute etwa Banken oder Bezahldienstleister sind. Auf der Basis eines verschlüsselten, aber für alle Nutzer transparent einsehbaren Buchungsjournals werden Peer-2-Peer-Transaktionen vorgenommen und dokumentiert. Da die Einträge auf diesem digitalen Buchungsjournal unzensierbar und unveränderbar sind, eigenen sie sich perfekt dazu, den Wechsel von Besitzverhältnissen oder die Historie von Transaktionen sicher und bei Bedarf vollautomatisch zu vermerken. Jeder kann auf der Blockchain nachschauen, wer wann welche Transaktion vorgenommen hat oder wem ein bestimmtes Asset aktuell gehört.

Smart Contracts automatisieren Transaktionen

Diese Grundfunktionen bietet die Blockchain mit minimiertem Systemrisiko und gleichzeitig mit einem hohen Maß an Privatheit. Auf dieser Grundlage ermöglicht sie auch ganz neue Geschäftsmodelle wie zum Beispiel „Smart Contracts“ – automatisierte Verträge, die abhängig von vorher definierten Eingangsgrößen Transaktionen wie zum Beispiel Zahlungen durchführen.

Damit liefert die Blockchain-Technik Antworten auf Herausforderungen, mit denen sich gerade auch die Autobranche in Zukunft konfrontiert sieht: Wie lassen sich neue Geschäftsmodelle sicher, zuverlässig, transparent und mit minimalen Transaktionskosten realisieren? Als Beispiele nannte Frank Bolten etwa die von IBM und Samsung 2015 vorgestellte Applikation „IBM Adept„, mit deren Hilfe Samsung-Geschirrspüler vollautomatisch Nachschub an Geschirrspülmittel bestellen und bezahlen können. Oder das Transactive Grid, mit dem in New York lokal erzeugte Energie automatisch an den Meistbietenden verkauft wird. Oder RWE Blockcharge – ein vom rheinisch-westfälischen Energieerzeuger entwickelter Prototyp zum Abrechnen von Ladevorgängen für Elektrofahrzeuge.

Blockchain verstehen in nur 12 Minuten

In gerade einmal 12 Minuten gab Frank Bolten einen kompletten Überblick über die Blockchain und ihre Anwendungen. Mögliche Konfliktlinien und die Sicherheit des gesamten Konzepts wurden in der anschließenden Fragerunde noch vertieft. Den kompletten Mitschnitt des Auftritts von Frank Bolten können sich Interessenten hier anschauen:

 

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