Spannende Anwendungen für künstliche Intelligenz

Quelle des Aufmacherbildes: Pixabay.com

Kaum eine Woche vergeht ohne dass neue spannende Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz präsentiert werden. Zudem liefern Forscher im Akkord Argumente für oder auch gegen den Einsatz von KI. Die Intelligente Welt hat die spannendsten Veröffentlichungen zusammengestellt und präsentiert Fundstücke, die begeistern, aber auch nachdenklich machen.

„Künstliche Intelligenz wird ein Game Changer auf allen Ebenen.“

Nicht nur die Intelligente-Welt-Redaktion und sicher auch viele Leser sehen es so, auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ liefert diese Einschätzung ab. Zur Stützung ihrer These nennt die Redaktion viele beeindruckende Beispiele, wie Unternehmen von KI-Entwicklungen profitieren können.

Der Autozulieferer ZF hat ein künstliches Gehirn für autonome Fahrzeuge entwickelt. (C) ZF Friedrichshafen

Eines dieser Beispiele ist ein künstliches Gehirn für autonome Fahrzeuge, das vom deutschen Autozulieferer ZF in Friedrichshafen entwickelt wurde. Die Box „ZF Pro AI“ ist gerade mal 14 x 16 Zentimeter groß und ein Pfund schwer – und: „sie wird künftig allein entscheiden können, was heute noch ein Autofahrer entscheidet“.

Künstliche Intelligenz von Deepmind komplettiert Szenen

Aktuell macht das Google-Tochterunternehmen Deepmind erneut mit einer ungewöhnlichen KI-Anwendung von sich reden: Das IT-News-Magazin Golem.de berichtet über das sogenannte GQN-Modell: „ein KI-System, das Bruchstücke einer Szenerie beobachten, erfassen und dann die Szene komplettieren und aus bisher unbekannten Blickwinkeln darstellen kann“.

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Die ersten Ergebnisse sollen beeindruckend sein – doch noch funktioniert das System ausschließlich mit computergenerierten Umgebungen.

KI sagt Zukunft von Stadtteilen voraus

Mindestens ebenso spannend ist ein Projekt von MIT-Forschern, die eine Bilderkennungs-Software mit 1,6 Millionen Fotos von US-Städten – Aufnahmen aus Google Street View – gefüttert haben, um das KI-basierte System auf Prognosen hin zu trainieren.

Vergleich von Stadtansichten zur Vorhersage der weiteren Entwicklung. (C) MIT

Engagdet.com berichtet über die mögliche Vorhersage der zukünftigen Stadtentwicklung: „Inzwischen konnten die MIT-Forscher so verschiedene Theorien testen, etwa den Einfluss von Durchschnittseinkommen (wohl überschätzt), den Bildungsstand (eher unterschätzt), die angrenzenden Nachbarschaften (ganz wichtig) oder das Alter des Gebäudebestands (wird meist überschätzt).“

Cleverer Algorithmus erkennt selbst Vermummte

Identitätsfeststellung trotz Vermummung: Das schafft ein neuer KI-Algorithmus, den Forscher des Indian Institute of Science zusammen mit Kollegen der University of Cambridge entwickelt haben. Durch die Verbindung von 14 speziellen Punkten im Gesicht lassen sich Hüte, Bärte, Sonnenbrillen, Schals u.a. ausblenden. Die Erfolgsquote liege schon bei 56 Prozent.

Künstliche Intelligenzen nehmen doch keine Arbeitsplätze weg

Heise.de berichtet über eine Studie der IT-Consultingfirma Capgemini, die gut 1000 Firmen zu Künstlicher Intelligenz befragt hat. „Die Studie widerspricht einer besonders in den USA häufig geäußerten Befürchtung, dass künstliche Intelligenz menschliche Arbeit überflüssig mache. Die Algorithmen übernehmen zwar Aufgaben, die zuvor Menschen erledigt haben, die Unternehmen wachsen aber durch KI-Einsatz.“

Das Ergebnis: Unternehmen, die KI einsetzen, wachsen stärker als ohne KI und stellen deshalb mehr neue Spezialisten ein als Stellen durch die Automatisierung wegfallen. Klar ist aber auch, dass sich die Qualifikationsanforderungen dadurch nach oben verschieben.

Mit Machine Learning unscharfe Bilder erkennbar machen

Drei Forscher an der Carnegie Mellon University in Pennsylvania haben einen Bilderkennungs-Algorithmus entwickelt, der aus verpixelten, verwaschenen oder unvollständigen Aufnahmen ein klares Bild rekonstruiert. Die Entwickler nutzen dazu ein neuronales Netz, um bereits jetzt relativ genaue Ergebnisse zu liefern.

Bildvergleich zur Hochrechnung. (C) cs.cmu.edu/~aayushb

Wobei klar sein dürfte: Das Tool kann nur aus gelernten Informationen ein „plausibles“ Ergebnis erstellen. Dennoch sind die auch in unserem oben stehenden Bild gezeigten Ergebnisse schon erstaunlich.

IT-Sicherheits-Schwachstellen mithilfe von Künstlicher Intelligenz suchen

Security-Lösungen mit KI versprechen, Sicherheitslücken deutlich schneller aufzuspüren und zu beheben. „Sind kritische Schwachstellen bald Geschichte?“, fragt ZDNet.de und berichtet über einen interessanten Ansatz, der aber vielleicht auch schnell wieder überholt sein könnte – nämlich gerade durch „böse KI“.

„Bleibt die Frage, ob Artificial Intelligence bald dem Missbrauch von Schwachstellen ein Ende bereiten kann, ob also AI-basierte Schwachstellen-Scanner die Sicherheitslücken so schnell und umfassend aufspüren, dass Angreifer abgewehrt werden können, bevor die Schwachstellen missbraucht werden.“

„Computer können bald mehr, als wir ihnen beibringen“

(C) By Jalisco Campus Party – John Cohn, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63790256

John Cohn beschäftigt sich seit mehr als vierzig Jahren mit Künstlicher Intelligenz. In der FAZ erklärt er, warum der große Durchbruch jetzt da ist und was man nun nicht mehr weiß:

„Sind diese Systeme beherrschbar? – Die Herausforderung ist: Es ist nicht transparent. Bisher habe ich einen Code programmiert und konnte dabei zusehen, was dieser Code tut. Jedes Mal, wenn sich ein Problem ergibt, können wir ganz genau nachvollziehen, woran es liegt. Das funktioniert nicht mehr. Jetzt wissen sie nicht mehr, warum Maschinen gewisse Dinge tun.“

Was denkt sich die KI ?

(C) Technology Review / heise.de/tr

Spannender Drei-Seiten-Beitrag von „Technology Review“ über maschinelle Fehltritte, weil Trainingsdaten falsch analysiert wurden – mit mahnenden Worten eines Forschers:

„Wenn wir diese Technologien nutzen und uns auf sie verlassen, dann müssen wir so gut wie irgend möglich verstehen, wie und warum sie uns welche Antworten geben.“

Natürliche vs. künstliche Intelligenz

Gegen Ende unseres Überblicks nochmal das Beispiel Google: Forscher und Aktivisten wollten vor der Bundestagswahl wissen, wie sehr die Suchmaschine die Ergebnisse zu politischen Suchbegriffen personalisiert. Die Initiative AlgorithmWatch stellte sich die Frage, ob alle Google-Nutzer die gleichen Ergebnisse angezeigt bekommen und, falls nicht, was die individuellen Ergebnisse beeinflussen könnte. Die vorläufigen Ergebnisse sind hier nachzulesen.

Quelle: Pixabay.com
Quelle: Pixabay.com

Vor kurzem wurde AlgorithmWatch von der Europäischen Kommission in eine 52-köpfige Expertengruppe für Künstliche Intelligenz berufen, die aus Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft besteht. Die Initiative wurde in einem offenen Auswahlverfahren mit 500 Bewerbungen als institutionelles Mitglied ausgewählt.

„Warum Sie keine Angst vor Künstlicher Intelligenz haben sollten“

AlgorithmWatch-Geschäftsführerin Lorena Jaume-Palasí, die auch dem Weisenrat zu künstlicher Intelligenz und Datenpolitik der spanischen Regierung angehört, liefert einen diskussionswürdigen Kommentar darüber ab, wie ernst man die Kritik an der KI nehmen muss.

Ob Maschinen mit KI intelligent seien, ob sie Gefühle und einen eigenen Willen hätten und vielleicht zu Bosheit und Heimtücke fähig sein könnten, diese Fragen seien auch nach der Erfindung des Automobils behandelt worden. Ihr Beitrag geht umfassend darauf ein, warum das Wissen über die Technologie und ihr Nutzen voneinander getrennt werden müssten. Ihre Kernthese:

„Es geht nicht darum, die Technologie zu regulieren, die künstliche Intelligenz ermöglicht, sondern das, was die Menschen damit machen.“

 

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