Wearables und Verkehr: Wenn die Uhr zum Ticket wird

Aufmacherbild: (C) HaCon

Nach der ersten Euphorie scheint beim Thema Wearables ein wenig Ernüchterung eingekehrt zu sein. Wer zum Beispiel nach wie vor keine Smartwatch trägt, erklärt seine Abstinenz häufig damit, dass er keine nützlichen Anwendungen dafür sehe. Denn offensichtliche Wearable-Einsatzgebiete wie Sport-Tracking beziehungsweise Vitaldaten-Erfassung spielen nicht für jeden eine große Rolle. Doch dies könnte sich ändern, wenn neue, innovative Smartwatch-Anwendungen hinzu kommen. Gerade der Bereich Verkehr bietet da viele Möglichkeiten.

Einen Ausblick auf solche Anwendungen, garniert mit vielen Ideen für nützliche Details, gab Michael Frankenberg im Gespräch mit der Intelligenten Welt. Er ist Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft HaCon aus Hannover, die sich auf die Kernthemen Verkehr, Transport und Logistik spezialisiert hat.

In diesem rund vierminütigen Video erklärt Michael Frankenberg die zum Teil bereits bestehenden, zum Teil für die nahe Zukunft geplanten Wearable-Anwendungen:

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Eine zentrale Anwendung ist der Bereich eTicketing. Wenn etwa ein elektronischer Fahr- oder Flugschein beim Einsteigen oder bei einer Kontrolle nonchallant auf der Smart Watch präsentiert werden kann, ist dies viel komfortabler als auf dem Smartphone – insbesondere wenn man noch Gepäck trägt. Welche Geräte für solche Anwendungen in Zukunft das Rennen machen werden, ist aber noch offen – auch Michael Frankenberg gibt dazu keine verbindlichen Prognosen. Vielleicht sind es ja auch Kleidungsstücke, Brillen oder noch ganz andere Wearable-Produkte, die wir künftig für solche Funktionen nutzen.

Neben den mobilen Tickets können Wearables aber auch als Navigationshilfe dienen. Sie können in Bahnhöfen oder U-Bahn-Stationen zum Beispiel anzeigen, wo es zum Zug, zum Anschluss oder zum Ausgang geht. In der S- und U-Bahn können smarte Begleiter etwa per Vibration ankündigen, in wie vielen Stationen man aussteigen muss.

Push-Dienste könnten über Änderungen im Reiseplan informieren, die sich zum Beispiel durch Verspätungen, Ausfälle oder aus anderen Gründen ergeben. Vorteil für die Kunden: Damit würden solche Informationen von einer Holschuld der Reisenden zu einer Bringschuld der Verkehrsanbieter. Die Pläne gehen bis hin zu intermodalen Reiseketten – also kompletten Routenplanungen, die mehrere unterschiedliche Verkehrsmittel umfassen.

Natürlich darf bei alledem auch der Datenschutz nicht vergessen werden. Hier sieht Frankenberg Herausforderungen sowohl in rechtlicher als auch in technischer Hinsicht. Doch der Experte ist sich sicher, dass beide Themen lösbar sind. Somit sieht er für die Rolle von Wearables rund ums Reisen und den Personentransport eine rosige Zukunft – die gerade erst begonnen hat.

 

 

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