Big Data und Geofencing – moderne Technologien in der Landwirtschaft

Aufmacherbild: (C) Intelligente Welt

In der Landwirtschaft werden heute modernste Technologien eingesetzt. Das schließt auch die Tierhaltung mit ein. Wie uns Elmar Nieswand von der GEA Farm Technologies GmbH im Gespräch erklärt, geht es dabei aber nicht nur um Effizienzsteigerung und Erleichterungen für Landwirte, sondern auch ums Tierwohl sowie neue Möglichkeiten in der Beziehung zum Kunden. Im Idealfall gewinnen also Landwirte, Tiere und Verbraucher.

Die erste Anwendung digitaler Technologien im Zusammenhang mit der Tierzucht war die Identifikation von Tieren im Stall oder auf der Weide. Die dafür eingesetzten Technologien haben sich seither deutlich weiterentwickelt, so Elmar Nieswand, Director Dairy Health & Farm Management bei der GEA Farm Technologies GmbH. Im Fokus stehen heute die Wege, die Tiere vor allem außerhalb des Stalls zurücklegen. Sie lassen sich mit GPS und Mobilfunk oder lokalen Funknetzen gut erfassen und weiterverarbeiten.

Big Data für gesündere Tiere

Mit Hilfe von Big-Data-Mechanismen lassen sich so den Rohdaten viele interessante Analysen ableiten. So taugt die Technik etwa auch zur Beobachtung des Gesundheitszustands jedes einzelnen Tiers aus einer Herde: Frisst und trinkt das Tier genug? Zeigt es ein auffälliges Sozialverhalten? Selbst Krankheiten lassen sich auf Basis dieser Analysen frühzeitig erkennen und gezielt behandeln. Ein weiterer Vorteil, der sich aus dem Technik-Einsatz ergibt, ist beispielsweise eine effizientere und an jedes einzelne Tier gezielt angepasste Fütterung. Letztlich geht es dabei natürlich auch um eine Steigerung der Erträge und die Verbesserung von Prozessen – allerdings finden diese Optimierungen nicht zu Lasten der Tiere statt.

Geofencing statt physischer Zäune

Dies gilt auch für eine weitere Anwendung, die in der Landwirtschaft zunehmende Verbreitung findet: Geofencing – also die Einrichtung und Überprüfung virtueller Zäune. Statt Tiere physisch einzusperren, lässt sich anhand der bereits beschriebenen Positionsbestimmung überprüfen, ob sie sich innerhalb eines vorher festgelegten Gebiets befinden. Verlässt ein Tier den ihm zugedachten Bereich, wird der Landwirt sofort informiert. Zusätzlich sind weitere Maßnahmen möglich wie zum Beispiel das Abspielen eines für das Tier unangenehmen Tons aus dem Halsband des Tiers. Mit entsprechender Konditionierung lässt sich den Tieren beibringen, dass der ungeliebte Ton stoppt, wenn sie sich zurück in den ihnen zugedachten Bereich begeben.

Ertragssteigerung ohne Nachteile fürs Tier

Die beschriebenen Verfahren ermöglichen Landwirten, mehr Ertrag pro Fläche und Tier zu erzielen. Darüber hinaus sind die die Basis für ganz neue Möglichkeiten in der Beziehung zum Kunden. So lässt sich etwa rückverfolgen, wie viel Zeit das Tier auf der Weide verbracht hat und welches Futter es gegessen hat. Wenn solche Informationen dem Kunden transparent zur Verfügung gestellt werden, kann dies etwa dem Nachweis tierfreundlicher Aufzucht und Haltung dienen oder dem Beleg ökologisch verträglicher Produktionsmethoden. Bei konsequenter Anwendung der beschriebenen Möglichkeiten profitieren also alle Beteiligten gleichermaßen: Die Landwirte, die Tiere und auch die Kunden.

Den 2 Minuten und 45 Sekunden dauernden Videobeitrag rund um das Gespräch, das wir auf der Fachmesse Agritechnica mit Elmar Nieswand geführt hatten, können Sie hier anschauen:

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