Besser fahren mit kooperativen Autos

Aufmacherbild: (C) Audi

Im Straßenverkehr geht es in vielen Fällen eher unkooperativ zu.  Nun überlegen Forscher und Entwickler: Wenn es die Fahrer nicht hinbekommen, vielleicht sollte man die Kooperation den Autos und ihren Kommunikations- und Informationssysteme überlassen. Als Folge könnte sich das Autofahren in Zukunft recht deutlich verändern.

Noch schnell ganz vorn in die andere Spur reindrängeln? Auf der Autobahn viel zu früh auf die Überholspur ausscheren? Das blinkende Nebenfahrzeug trotzdem nicht einfädeln lassen? Im täglichen Straßenverkehr verhalten sich viele Autofahrer nicht gerade kooperativ. Doch wie wäre es, wenn die Fahrzeuge sich selbst darum kümmern, dass es im Straßenverkehr kooperativer zugeht? Genau darauf setzen Forscher und Entwickler bei der Konzeption künftiger Verkehrssysteme. Doch welche Folgen hat das fürs Autofahren in der Zukunft?

Die Idee: Autos tauschen sich untereinander oder mit der Infrastruktur aus, und senden und empfangen dabei Daten – zum Beispiel über Staus, Baustellen oder Unfälle. An der Einführung solcher kooperativen Systeme wird bereits mit Hochdruck gearbeitet.

Die für diese Kommunikation genutzte Technik ist unter den Schlagworten „Car 2 Car“ beziehungsweise „Car 2 Infrastructure Communication“ bekannt. Die aktuell favorisierten Konzepte setzen auf eine für die Autokommunikation abgewandelte Variante des WLAN-Standards. Aber auch per Mobilfunk (heute LTE, in Zukunft 5G) kann die Datenübertragung erfolgen.

Dieser technische Aspekt ist tatsächlich nur eine der vielen Baustellen, die zur Einführung kooperativer Verkehrssysteme noch bearbeitet werden müssen. Als erste praktische Umsetzung ist der sogenannte „ITS Corridor“ vorgesehen – ein Korridor von Straßen, die bereits mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sind und der von den Niederlanden über Deutschland bis nach Österreich führt. Das Kürzel ITS steht dabei für „Intelligent Transport Systems“.

Die Konzepte gehen aber über die Frage nach den reinen Übertragungswegen hinaus. Beabsichtigt ist beispielsweise, dass Informationen sich selbständig ihren Weg suchen können. Gibt es zum Beispiel keinen Informationsweg, der via „Car 2 Car“-Kommunikation in der eigenen Autobahn-Fahrtrichtung die Information über einen plötzlich aufgetretenen Stau an die nachfolgenden Fahrzeuge weiterreichen kann, könnte auch der Verkehr in der anderen Fahrtrichtung diese Information transportieren und an die Fahrzeug weiterreichen, die „weiter hinten“ in der Gegenrichtung unterwegs sind. So könnten solche Warnmeldungen in Zukunft präziser, relevanter und vor allem schneller werden.

Dieses Video gibt weitere Einblicke in die hier skizzierten Ideen und Konzepte:

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Noch sind die meisten dieser Anwendungen und Projekte nach wie vor im Pilotstadium. Doch schon heute werden die Grundlagen für bessere Informationsverteilung im Straßenverkehr gelegt – und damit für weniger Staus, weniger Emissionen und sichereres Fahren. Und als willkommenen Nebeneffekt dürfte es beim Autofahren in Zukunft auch deutlich weniger Konfrontation und mehr Kooperation geben.

Mehr Infos zum Thema gibt es übrigens auch in diesem Kapitel unseres Webspecials bei Intelligente Welt.

 

 

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