Logistik 4.0 – Smart Data und Big Data verändern die Logistikbranche. Foto: Axisadman - Eigenes Werk; CC BY-SA 3.0

Smarte Logistik – wie smarte Daten die Logistikbranche verändern

Aufmacherbild: (C) Axisadman – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Wenig bekannt, und trotzdem wahr: Logistik ist hierzulande der drittgrößte Wirtschaftsbereich nach Handel und Automobilindustrie. Doch wie gut ist diese Branche für die Herausforderungen der Digitalisierung aufgestellt? Was ist neben technischen Lösungen noch erforderlich, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Als Antwort auf diese Fragen hört man häufig ein Schlagwort: Logistik 4.0.

Nach Einschätzung von Experten wie Dr. Armin Günter, Manager Research & Innovation Strategie Transport und Logistik bei DB Schenker, steht die Logistikbranche vor einem Paradigmenwechsel. Der Dreh- und Angelpunkt aller neuen Anwendungen und Verbesserungen seien dabei smarte Daten.

Big Data in der Logistik

So ergeben sich insbesondere Anwendungsfelder für Big Data. Etwa, wenn die Verkehrsentwicklung auf bestimmten Straßen oder Schienen beziehungsweise in einer bestimmten Region abgelesen werden soll. Oder wenn es um die Entwicklung von Modellen für die Vernetzung von Transportketten geht. Laut Stephan Ruppert, Solution Director bei dem auf Traffic- und Logistik-Lösungen spezialisierten Softwarehaus PTV Group, führen IT-Trends wie der Siegeszug der Smartphones, die zunehmende Verbreitung von Sensorik sowie Cloud und Big Data zu einer erheblich verbesserten Datenlage zum Verkehrsgeschehen. Anwendungen, die darauf aufsetzen, können ganz neue Effizienzpotentiale erschließen – zum Nutzen von Unternehmen und der Gesellschaft.

Warum hat die Logistik-Branche dann nicht den Ruf als Schrittmacher bei der Digitalisierung, den sie eigentlich verdienen würde? Weil Logistik in Deutschland so perfekt funktioniert, dass sie von vielen einfach als selbstverständlich genommen wird – so zumindest eine These von Dorothee Bär,  Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Logistik 4.0: Vernetzung macht die Lieferkette intelligenter

Ob Deutsche Bahn, Nutzfahrzeughersteller, Logistikunternehmen oder pfiffige Startups: Viele Instanzen forschen daran, wie sich die sogenannte Logistikkette intelligenter machen lässt. Vernetzte Systeme sollen dazu beitragen, das „Supply Chain Management“ zu optimieren. Die Ziele sind ambitioniert: Schnellere Lieferungen zu günstigeren Preisen mit weniger Umweltbelastung. Möglich machen sollen dies Digitalisierung, Automatisierung und moderne Verkehrskonzepte wie multimodales Routing. Magnus Lamp, Leiter Forschungsmanagement bei der TÜV Rheinland Consulting GmbH erwartet Vorteile, die sich aus besserer Datenanalyse und der Kooperation verschiedener Marktteilnehmer ergeben.

Allerdings stellt multimodaler Gütertransport – also die Nutzung mehrerer, unterschiedlicher Verkehrsmittel zum Bewegen von Waren vom Ausgangsort ans Ziel – die Anbieter vor noch viel größere Herausforderungen als beim Personenverkehr. So muss etwa der mechanische Umschlag der Güter so organisiert werden, dass die verwendeten Container oder Behälter für alle genutzten Verkehrsmittel tauglich sind. Auf der IT-Ebene gilt es, Daten unterschiedlicher Logistik- und Verkehrssteuerungs-Systeme auszutauschen und zusammenzuführen. Eine Voraussetzung für den Erfolg ist aber auch: Jeder Teilnehmer der Transportkette muss einen Nutzen aus der Vernetzung haben. Nur, wenn alle Beteiligten profitieren, lassen sich effizientere Konzepte in der Realität umsetzen.

 

 

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