Von neuen Jobs, Logistikhelden und digitalen Gabeln – Deutscher Logistik-Kongress 2018

Live vom Deutschen Logistik-Kongress 2018 sendeten Christian Spanik und Martin Goldmann eine Sondersendung. Schwerpunktthemen der Sendung: Gute Jobchancen in der Logistikbranche, „Logistikhelden“, innovative Forschung und Start-Ups in der Logistik, Sicherheit in der Logistik sowie die Initiative „BVL Digital“ der Bundesvereinigung Logistik.

All dies erfahren Sie, wenn Sie sich die rund 40-minütige Sondersendung anschauen. Oder Sie lesen den nachfolgenden Artikel.

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Der 35. Deutsche Logistik Kongress (DLK) fand vom 17. bis 19. Oktober in Berlin statt. Mit über 3000 Teilnehmern veranstaltet die Bundesvereinigung Logistik (BVL) damit den größten Kongress im deutschsprachigen Raum. Zu den prominenten Teilnehmern zählten der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier, Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) und viele weitere.

Klare Kernaussage der Veranstaltung: Die Digitalisierung zieht auf breiter Front in die Logistik ein. Ein deutliches Problem der Branche ist jedoch der zunehmend spürbare Fachkräftemangel.

Viele Logistik-Experten zu Gast im Studio

Fast sah es beim Aufbaue des mobilen Sendestudios der Intelligenten Welt so aus, als könnten die geplanten Sendungen mangels Internetanschluss scheitern. Doch dank der Mithilfe des Technik-Teams des Veranstaltungsorts, des Hotels Intercontinental in Berlin, gingen Christian Spanik und Martin Goldmann dann doch noch auf Sendung.

Frauke Heistermann, Mitglied des Vorstands des BVL: „Die Logistikbranche ist immer in Bewegung."
Frauke Heistermann, Mitglied des Vorstands des BVL: „Die Logistikbranche ist immer in Bewegung.“

Schon vorher begrüßten sie im Studio viele Experten als Gäste. So etwa Frauke Heistermann, Mitglied des Vorstands des BVL, die sagt: „Die Logistikbranche ist immer in Bewegung“. Nun sei es die Digitalisierung, die die Logistik vorantreibt.

Prof. Christian Kille von der Hochschule Würzburg sprach über die von ihm durchgeführte Studie „Digitale Werkzeuge in der Logistik“. Deren überraschendes Ergebnis: „Etablierte Logistik-Unternehmen sind sehr innovativ, zum Teil sogar innovativer als manche Start-Ups in diesem Bereich.“ Logistik sei eindeutig einer der Innovationstreiber der deutschen Wirtschaft.

BVL-Vorstandsmitglied Frauke Heistermann betonte im Gespräch mit Christian Spanik: Jobs in der Logistik gibt es auch unabhängig vom Schulabschluss. Sogar für Quereinsteiger, die sich weiterqualifizieren wollen, sind die Chancen extrem günstig. Sowohl die Unternehmen als auch der BVL bieten Möglichkeiten zur Weiterbildung an.

Mit der Kampagne „Logistikhelden“ stellt die Branche zudem Mitarbeiter vor, die aus ihrem Berufsalltag spannende Geschichten zu erzählen haben. Branchenangehörige können sich hier bewerben oder ihre Helden vorschlagen.

Die Berufsfelder in der Branche sind vielfältig und umfassen unter anderem Projektmanagement, Lagerlogistik, Marketing und Vertrieb, aber beispielsweise auch Programmierung, Mechatronik, Robotik und vieles mehr.

Die Unternehmen seien sehr daran interessiert, gute und motivierte Mitarbeiter zu finden, unterstreicht  Frauke Heistermann. Deshalb ist den meisten Unternehmen auch klar, dass sie trotz Termindruck im Tagesgeschäft ausreichend Zeit für Weiterbildung bereitstellen müssen.

Günstige Möglichkeiten zum Einstieg bieten etwa Praktika oder Probearbeitstage. Und: Die Logistikbranche ist für Frauen genauso interessant wie für Männer. Dabei können sich Mädchen ihre Tätigkeitsfelder ganz nach Interessenschwerpunkt aussuchen – die Optionen reichen von Management und Marketing über Maschinenbau bis hin zum Lkw-Fahren.

Und nicht nur Berufseinsteiger, sondern auch Umsteiger oder sogar rüstige Rentner haben in der Logistikbranche gute Aussichten. Dabei reduzieren Robotik und andere technische Entwicklungen die körperlichen Anforderungen.

Fraunhofer Institut IFF präsentiert Logistik-Innovationen

Auf seiner Reise durch den deutschen Mittelstand besuchte Martin Goldmann auch das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg. Dort stellten ihm die Forscher zwei Innovationen vor:

Mit Sensoren bestückte Dollies für den Einsatz am Flughafen melden den Mitarbeitern nicht nur ihren Standort, sondern auch die Status, ob sie beladen sind oder nicht. So entfällt die Suche nach einzelnen Dollies, und die Flughafenmitarbeiter haben jederzeit einen kompletten Überblick über die Transportfahrzeuge.

Mit dieser Drohne vermessen Forscher des Fraunhofer Instituts IFF aus Magdeburg die Größe von Frachtstücken.
Mit dieser Drohne vermessen Forscher des Fraunhofer Instituts IFF aus Magdeburg die Größe von Frachtstücken.

Außerdem zeigten sie Forscher ein autonomes Fahrzeug, das seinerseits eine Drohne transportiert. Deren Aufgabe die die Vermessung von Frachtgut. Mit den von ihren Scannern generierten Daten über die Größe der einzelnen Frachtstücke lässt sich etwa die Beladung eines Lkw optimieren, oder Lagerhallen können besser ausgenutzt werden.

Logistik-Start-Ups präsentieren sich in einer Minute

Im Rahmen unserer Reihe „Ein Start-Up in einer Minute“ präsentieren wir verschiedene innovative Jungunternehmen im Bereich Logistik.

So entwickelt beispielsweise die Firma Proglove aus  München Wearables für die Industrie. Berhard Siegert, Business Development Manager bei Proglove erklärt: „Den von uns vorgestellte Barcode-Scanner tragen Lagerarbeiter auf dem Handrücken. So entfällt der oft tausend Mal am Tag nötige Handgriff zum Scanner. Das sogenannte Picking, also die Bereitstellung von Waren, oder das Scannen von Werkstücken wird somit schneller und bequemer.

Das Start-Up tive aus Boston bietet seinen Kunden die Möglichkeit, Fracht online zu tracken. Der von dem Unternehmen entwickelte vernetzte Sensor erfasst und überträgt Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, Licht, Neigung, Position sowie einen möglichen Sturz der Fracht. Dennis Perjet, Business Developper bei tivi ergänzt: „Unsere Plattform wertet diese Sensordaten in Echtzeit aus und kann sie dem Nutzer dann zur Verfügung stellen oder automatisch erforderliche Maßnahmen einleiten.“ Anwendungen gäbe es beispielsweise in Medizin und Industrie oder bei der Überwachung von Highend-Produkten.

Vom Start-Up Metrilus GmbH aus Erlangen stammt das Frachtvermessungssystem MetriXFreight. Christian Schaller, CEO & Co-Founder stellt es vor: „Mit 3D-Kameras vermessen wir in wenigen Millisekunden Länge, Breite und Höhe eines Frachtstücks. So erfahren Logistiker diese für sie wichtigen Daten umgehend und ohne zusätzliche Arbeitsschritte.

Die Firma Magazino schließlich entwickelt Roboter für die Logistik. Im Gegensatz etwa zu Produktionsrobotern kommen diese Systeme  innerhalb von Lagern zum Einsatz beziehungsweise in Umgebungen, in denen auch Menschen unterwegs sind. Frederik Brantner, Geschäftsführer von Magazino, betont, dass dabei Sicherheit eine wichtige Rolle spielt.  Sie wird vor allem auf Basis von Sensoren gewährleistet, die die Umwelt und die dort arbeitenden Menschen wahrnehmen. Doch die Herausforderungen gehen noch weiter. Lässt ein Roboter etwa Glas fallen, zählt es auch zu den Sicherheitsaufgaben, die im Umfeld arbeitenden Mitarbeiter vor den Scherben zu warnen beziehungsweise zu schützen.

Neben neu entwickelten Robotern bestückt das Unternehmen auch bestehende Geräte und Anlagen wie etwa Gabelstapler mit entsprechenden Sensoren und Sicherheitssystemen.

Von Cyberhackern, Kochbüchern und Sicherheit in der Logistik

Sicherheit spielt in der Logistik ohnehin eine ganz entscheidende Rolle.

Die in diesem Bereich sehr aktive Deutsche Telekom hat mit „Cyber Kitchen“ gerade ein sogenanntes Cyberhacker-Kochbuch herausgegeben. Gemeinsam mit Event-Koch Stefan Wiertz stellten die Sicherheitsexperten Rezepte zusammen – nicht nur für den kulinarischen Genuss sondern auch zum Schutz gegen Cyberbedrohungen.  Das Buch präsentiert beides in unterhaltsamer Form – von der Phishing-Suppe bis zu Nuss(h)ecken.

Thomas Müller-Kassner, T-Systems, weist auf die besonderen Randbedingungen für Sicherheitslösungen in der Logistik hin.
Thomas Müller-Kassner, T-Systems, weist auf die besonderen Randbedingungen für Sicherheitslösungen in der Logistik hin.

Über die Herausforderungen beim Thema Sicherheit in der Logistikbranche sprach Christian Spanik auch mit Thomas Müller-Kassner von T-Systems. Er weist darauf hin, dass für Sicherheitslösungen in der Logistik besondere Randbedingungen gelten. So ist es beispielsweise kaum möglich, für einen Container auf hoher See physischen Zugangsschutz zu gewährleisten. Zudem unterliegen darin installierte Systeme und Sensoren hohen Anforderungen an die klimatischen Bedingungen. Und: Da es im Container keine externe Stromversorgung gibt, müssen die Systeme mit Akkustrom auskommen. Da starke Verschlüsselung hohe Rechenleistung und somit hohen Stromverbrauch bedingt, müssen einfachere Systeme oft ausreichen – doch die sind dann wiederum leichter angreifbar. Thomas Müller-Kassner betont deshalb, dass Sicherheitsmaßnahmen für die gesamte Kette Ende-zu-Ende konzipiert werden müssen. Dies erfordere maßgeschneiderte Lösungen von IoT-Komponenten bis hin zum Backend.

Und auch Thomas Müller-Kassner unterstreicht: Auch die Sicherheits-Abteilung von T-Systems sucht händeringend nach Mitarbeitern. Wer den Weg zum Sicherheits-Spezialisten einschlägt, darf sich auf einen sehr sicheren Arbeitsplatz verlassen.

BVL Digital – die neue Digitalplattform der Bundesvereinigung Logistik

Die 11.700 Mitglieder der BVL pflegen einen engen persönlichen und fachlichen Austausch. Dr. Stefan Wolff, Vorstandsmitglied des BVL, erklärt, dass die Vereinigung dafür nun auch eine digitale Plattform bereitstellt: „BVL Digital„.

Mit der App „BVL Connect“ können sich die Mitglieder auch virtuell vernetzen, etwa per Echtzeitkommunikation in Experten-Chats, auf Projektbasis oder über ein Forum.

Dr. Stefan Wolff, Vorstandsmitglied der BVL, erklärt die neuen digitalen Angebote des Vereins.
Dr. Stefan Wolff, Vorstandsmitglied der BVL, erklärt die neuen digitalen Angebote des Vereins.

Darüber hinaus soll ein „Content Warehouse“ zur zentralen Plattform für Logistikwissen werden. Hier lassen sich nicht nur alle BVL-Publikationen, Webinare und Mediatheken finden, sondern auch projektbasierter Content bereitstellen, der dann über ein Diskussionsforum oder über Suchfunktionen wie Volltext- und Kategoriensuche den Teilnehmern zur Verfügung steht.

Auch diese Beispiele belegen, was Christian Spanik und Martin Goldmann als Fazit ihrer Sendung festhalten: Die Logistik ist eine höchst innovative Branche – und somit für alle Interessenten auch ein spannendes und chanchenreiches Berufsfeld

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