Mission Innovation Week Austria, Erneuerbare Energie und Leuchtturmprojekte im Südburgenland – darüber sprach Christian mit Michael Paula vom BMVIT.

Mit Michael Paula im Gespräch: Mission Innovation für nachhaltige Energie

Was steckt hinter der „Mission Innovation Week Austria„? Und warum ist das österreichische Südburgenland ein international überzeugendes Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energie? Darüber haben wir mit Michael Paula gesprochen, Abteilungsleiter im österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT).

Sie haben wieder einmal die Wahl: Schauen Sie sich das Gespräch als Video an (Laufzeit: 5:24 Minuten) oder lesen Sie die Textfassung darunter.

„Dänemark war von Anfang an dabei, und dieses Land hat die Dekarbonisierungs-Politik nicht einem Ministerium zugeordnet, sondern sie wirklich als nationale Politik angelegt. Da sind alle Ministerien mit dabei.“

Michael Paula,
Diplom-Ingenieur, Abteilungsleiter im Bundesministerium
für Verkehr, Innovation und Technologie Österreich

Mission Innovation – eine globale Initiative gegen den Klimawandel

Intelligente Welt: Was ist die „Mission Innovation“? Der Name hört sich so groß an?

Michael Paula: Mission Innovation ist eigentlich eine internationale, man auch sagen: globale Initiative. Sie ist um die Klimakonferenz in Paris herum entstanden. Alle haben zum Thema Klima diskutiert – wir müssen etwas tun, was können wir tun? Da gab es eine Gruppe von sehr innovativen Ländern, die gesagt hat: Ein ganz wesentlicher Schlüssel ist hier, technologisch voranzukommen – neue Technologien, neue Lösungen, um diese globale Energiewende zu schaffen. Und diese Länder haben sich in einer Initiative zusammengetan, und gesagt: Wir müssen unsere Kräfte bündeln, wir müssen auch dafür sorgen, dass sowohl private als auch öffentliche Mittel deutlich stärker in diesem Bereich investiert werden. Man spricht von etwa einer Verdoppelung in den nächsten fünf Jahren, um erneuerbare Energie, Energieeffizienz und sonstige intelligente Lösungen in Richtung Dekarbonisierung zu initiieren.

Intelligente Welt: Warum ist Österreich beigetreten?

Michael Paula: Österreich war in der allerersten Runde noch gar nicht dabei – hat sich aber dann bewusst beworben, um an dieser Initiative teilzunehmen. Zum einen, weil wir denken, dass in Österreich doch sehr interessante Technologie-Entwicklungen stattfinden und auch schon in der Umsetzung sind. Österreich hat da einiges beizutragen. Und zum anderen ist es so, dass Österreich diese eigenen Aktivitäten verstärken möchte – und auch die internationale Sichtbarkeit darstellen möchte. Dafür ist Mission Innovation eine sehr gute Möglichkeit.

Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Forschung sowie Industrie und Gewerbe

Intelligente Welt: Was denken Sie, was Österreich perspektivisch davon haben wird – wovon werden wir profitieren?

Michael Paula: Ich denke, die ersten Vorteile sind jetzt schon sichtbar geworden. Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren sehr intensive Diskussionen darüber geführt, was unsere Stärken sind und was unsere Potenziale, wo sollen gemeinsam vorgehen? Für mich ist dabei die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Forschung und auch Industrie und Gewerbe sehr wichtig. Diese Diskussion hat gemeinsam stattgefunden, und sie gibt schon eine Orientierung: Wo kann man sich hier ganz gut positionieren, was sind unsere Stärken? In diesem Bereich werden in der nächsten Zeit konzentriert Schwerpunkte und Aktivitäten gesetzt und künftige Programme ausgerichtet. Das sind schon ganz manifeste Vorteile.

Intelligente Welt: Wenn man auf das bisher Erreichte zurückblickt, was sind dann für Sie die ersten Learnings? Was machen andere Länder besonders gut, was Sie auch gerne übernehmen würden?

Diplom-Ingenieur Michael Paula, Abteilungsleiter im BMVIT
Diplom-Ingenieur Michael Paula, Abteilungsleiter im BMVIT

Michael Paula: Für mich ist zum Beispiel Dänemark markant. Dänemark war von Anfang an dabei, und dieses Land hat die Dekarbonisierungs-Politik nicht einem Ministerium zugeordnet, sondern sie wirklich als nationale Politik angelegt. Da sind alle Ministerien mit dabei, und da wird von der Forschung und Innovation über die Rahmenbedingungen bis hin zu den Flächenwidmungsplänen alles diesem Ziel untergeordnet. Und dort sind auch schon sehr sehr schöne Lösungen entstanden.

Intelligente Welt: Jetzt gibt es ja die „Mission Innovation Week Austria“. Was für ein Projekt ist das?

Michael Paula: Wir haben die verschiedenen innerösterreichischen Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Mission Innovation stehen, gebündelt und ihr die Überschrift „Mission Innovation Week Austria“ gegeben. Da hat sich jetzt schon einiges getan und es wird sich noch einiges mehr tun. Deshalb ist diese Mission Innovation Week Austria eine wunderbare Möglichkeit, diese verschiedenen Strategien, Diskussionen und Aktivitäten gemeinsam vor den Vorhang zu stellen, zu diskutieren – und auch gemeinsam die Zukunft zu definieren.

Innovationslabor Eigenstromverbrauch des Südburgenlands als international überzeugendes Beispiel

Intelligente Welt: In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt im Südburgenland – und somit auf einer Region, die besonders aktiv ist. Warum hat man sich für diese Region entschieden?

Michael Paula: Am Anfang war das noch gar nicht so klar. Aber als wir gesehen haben was aus diesem Innovationslabor „Eigenstromverbrauch“ wird, das im Südburgenland von sehr vielen verschiedenen Akteuren betrieben wird, haben wir uns gesagt: Das ist sicher ein gutes Beispiel, das man auch international herzeigen sollte. Und es geht ja nicht nur darum, Strategien und Konzepte zu entwickeln, sondern auch darum, zu schauen, welche Erfolge sich hier manifestiert haben. Da ist diese Region ein wunderbares Beispiel.

Intelligente Welt: Zu dem man auch hinfahren und sich konkret etwas anschauen kann…

Michael Paula: Genau. Die Konferenz besteht ja aus verschiedenen Veranstaltungen – aber eben auch aus Herzeigen und Diskutieren über ganz konkrete Anwendungen. Und dafür haben wir das Innovationslabor im Südburgenland als sehr willkommenen Anlass genutzt.

 

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