Die Omnicam von Fraunhofer überträgt zum Beispiel Panorama-Bilder aus Stadien.

Fraunhofer HHI präsentiert Panorama-Videostreaming auf der IFA

Aufmacherbild: (C) Fraunhofer Heinrich Hertz Institut, www.hhi.fraunhofer.de

In der „TecWatch”-Halle auf der Internationalen Funkausstellung geben Institutionen wie das Fraunhofer-Institut Einblicke in ihre Arbeit und aktuelle Entwicklungen. Eines der Highlights 2015 ist die am Stand des Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Instituts präsentierte „Omnicam“ – eine 360-Grad-Umgebungskamera, mit der sich zum Beispiel Live-Events als Rundum-Panorama übertragen lassen.

Dabei ist die aus zehn HD-Kameras und einem Spiegelsystem aufgebaute Kamera als solche schon seit einiger Zeit bekannt – sie wurde etwa schon auf der Fernsehproduktionstechnik-Fachmesse IBC 2014 präsentiert. Doch die Fraunhofer-Wissenschaftler haben das System entscheidend weiterentwickelt und verbessert. So können die übertragenen Panorama-Aufnahmen nun eine Auflösung von bis zu 2000 mal 10000 Pixel erreichen und per Streaming an das gewünschte Empfangsgerät übertragen werden. Die extrem hohe Bildauflösung passt gut zu den auf der IFA allenthalben präsentierten UHD- oder 4K-Fernsehern, die 2160 x 3840 Pixel anzeigen können und somit erlauben, horizontal durch das von der „Omicam“ gelieferte Panoramabild zu scrollen.

Zur IFA 2015 hat Fraunhofer seine Panorama-Kamera weiterentwickelt.
Zur IFA 2015 hat Fraunhofer seine Panorama-Kamera weiterentwickelt.

Das Konzept von Fraunhofer sieht ohnehin vor, dass der Zuschauer auf dem Fernseher, einem Tablet oder einem anderen Empfangsgerät selbst wählen kann, in welche Richtung des 360-Grad-Panoramas er blicken möchte. Auf dem IFA-Stand 2015 zeigte Fraunhofer HHI zudem, wie sich die Panaroma-Bildaufzeichnung mit einer von der Firma Carl Zeiss beigesteuerten Virtual-Reality-Brille kombinieren lässt. Deren Sensoren erkennen die Blickrichtung des Betrachters und zeigen ihm den entsprechenden Panorama-Ausschnitt:

Als Anwendungsbeispiele nennt Fraunhofer in erster Linie Übertragungen von Veranstaltungen wie Sportereignissen, Konzerten, Opern, auf unterschiedliche Empfangsgeräte vom Tablet über den Fernseher bis hin zu Kinosälen – aber etwa auch die Produktion von Panorama-Videos für Freizeitparks. Weitere Einsatzmöglichkeiten seien im wissenschaftlichen Umfeld denkbar, wenn es etwa darum geht, Fachleute schwierig erreichbare Orte wie Ausgrabungsstätten besichtigen und beurteilen zu lassen.

Mit rund 16 Kilogramm Gewicht und kompakter Bauweise bleibt die Panorama-Kamera tragbar.
Mit rund 16 Kilogramm Gewicht und kompakter Bauweise bleibt die Panorama-Kamera tragbar.

Das innovative Kamera- und Übertragungssystem wird sicher noch viele Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen finden und die Intelligente Welt somit um neue Ideen bereichern.

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