Live aus Stuttgart: die Navigationskonferenz 2015

Positionsbestimmung mit Hilfe von Navigationssatelliten bietet viel mehr Anwendungsmöglichkeiten als nur vom Navigerät zum Ziel geführt zu werden. Im künftigen „Internet of Things“ spielt die Standortinformation eine entscheidende Rolle – denn sie ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Und diese sind eine wichtige Basis für künftigen wirtschaftlichen Erfolg.

Deshalb treffen sich heute in Stuttgart viele namhafte Satnav-Experten und Wirtschaftsvertreter zur „Navigationskonferenz 2015“. In Vorträgen und Workshops loten sie Herausforderungen, Möglichkeiten, Mehrwerte und Geschäftschancen aus, die Satellitennavigation bietet. Auch Fragen um die Mobilität der Zukunft und ein Ausblick auf Zukunftstechnologien im Navigationsbereich stehen auf dem Programm. Die Intelligente Welt ist live vor Ort mit dabei und berichtet via Liveblog von der Konferenz. So erfahren Interessenten, die heute nicht in Stuttgart mit dabei sein können, auch an dieser Stelle alles Wissenswerte zu den Ergebnissen und Erkenntnissen der Navigationskonferenz 2015.

Christian Spanik 14.09.20159:41
So – ich bin schon mal drin… Um 10 Uhr 30 beginnt die Konferenz hier im Haus der Wirtschaft in Stuttgart…
Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.20159:59

Alles ist bereit, die ersten Gäste kommen bereits an – in Kürze geht’s los, auf der Navigationskonferenz 2015 im Stuttgarter Haus der Wirtschaft.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:18

Top-Gesprächsthema der angekommenden Gäste: Erst vor wenigen Tagen hat die ESA die Galileo-Satelliten 9 und 10 in den Orbit gebracht.

http://www.esa.int/Our_Activities/Navigation/The_future_-_Galileo/Launching_Galileo/Galileo_taking_flight_ten_satellites_now_in_orbit

Christian Spanik 14.09.201510:20

Moderatoren Platz bezogen und vorbereitet. Vorne läuft die Registrierung, rund 120 Gäste sind angekündigt. Dann ein Tag lang nur Geodaten und Digitalisierung. So – ab jetzt übernimmt Hannes. Weil ich dann ja mal moderiere…

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:36

Christian Spanik stimmt auf die Themen des heutigen Tages ein: Geodaten treiben Märke und Innovationen. Industrie 4.0 und neue Geschäftsideen profitieren in hohem Maße von Positionsdaten.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:44

„Auf dem Weg aus dem digitalen Sputnik-Schock“ – die deutsche Industrie in mitten dabei, die Herausforderungen durch disruptive Techniken und Marktentwicklungen anzunehmen. So wie zum Beginn des Raumfahrt-Wettlaufs die USA auf den ersten Punktsieg der Sovietunion reagieren musste und dies mit großen, gemeinsamen Anstrengungen auch schaffte. Heute sind es die Startups aus Übersee, die die Tektonik der weltweiten Wirtschaft verschoben haben. Sagt Alf-Henryk Wulf, Landessprecher Baden-Württemberg des BITKOM e.V. und Vorstandsvorsitzender der Alstrom Deutschland AG.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:47

Gelungene Beispiele für die Abstimmung zwischen Wirtschaft und Politik machen Hoffnung: Teststrecken für autonomes Fahren und Förderung der digitalen Infrastruktur sind wichtige Voraussetzungen für Erfolg von Unternehmen in der digitalen Gesellschaft, so Alf-Henryk Wulf.

Christian Spanik 14.09.201510:48

Gespanntes Publikum beim Vortrag von Alf-Henryk Wulf. Immerhin sagt er deutlich wie wichtig die Branche ist – aber wie wichtig auch innovatives Denken in diesem Bereich ist, damit eine wichtige Rolle im Weltmarkt spielen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:48

„Auf den Mond schießen müssen wir niemanden – es wäre schon viel geholfen, wenn wir mehr in die Erde stecken würden – nämlich in den Breitbandausbau investieren. Und ein eigenes Europäisches Satellitennavigations-System würde auch nicht schaden.“

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:50

„Der Einstieg von BMW, Mercedes und Audi bei HERE sorgt dafür, dass die Karten neu gemischt werden. Doch daraus ergeben sich weitere Fragen. Zum Beispiel: Wem gehören die Daten, die in den Fahrzeugen anfallen?“

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:56

„Galileo kostet viel Geld – unsere Aufgabe ist es, den Nutzen für die Bürger und die Industrie zu optimieren.“ erläutert Reinhard Blasi von der Europäischen GNSS Agentur GSA. Dazu gelte es, den Nutzen zu identifizieren und die Brücke zwischen den Anforderungen der Industrie und den europäischen Behörden zu schlagen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:57

„Das für weltweite Abdeckung konzipierte Galileo-System ist weithin bekannt, das allein auf Europa ausgelegte EGNOS weniger. Es steigert regional begrenzt auf Europa die Positionsgenauigkeit von GPS.“

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201510:59

Bis 2020 soll Galileo volle Einsatzfähigkeit erreichen. Aber: Hersteller und Nutzer müssen nicht warten, bis alle 30 Satelliten im Orbit sind. Schon vorher lassen sich erste Anwendungen realisieren.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:00

„Es gibt nicht den einen GNSS-Markt (Global Navigation Satellite System), sondern viele einzelne, die sich in ihren Wertschöpfungsketten sehr stark unterscheiden. Die Herausforderung ist, für jeden diesen Märkte die richtigen Stellschrauben zu finden und einzustellen.“ sagt Reinhard Blasi von der GSA.

Christian Spanik 14.09.201511:02

Der Vortragende, in dem Fall Reinhard Blasi von der GSA aus Sicht des Moderatorenplatzes. Er freut sich gerade über einen geglückten Start, der zwei Satelliten für Galileo in die richtige Umlaufbahn gebracht hat.  

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:03

Die Hauptmärkte für GNSS nach Umsatzvolumen sind Location-based Services (inklusive Anwendungen auf dem Smartphone) und Straßenverkehr (über Auto-Navigation hinaus auch Logistik-Anwendungen). Aber auch kleinere Marktsegmente sind strategisch bedeutsam.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:05

Die GNA ist in engen Diskussionen mit den Chipset-Herstellern. In künftigen Generationen werden die marktführenden Smartphones auch Galileo unterstützen, ist sich Reinhard Blasi sicher.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:07

Straßenverkehr, Luftfahrt, Schifffahrt, Landwirtschaft – die Anwendungen für GNSS sind zahlreich. Heute klappt es schon gut mit EGNOS, Galileo soll noch höhere Präzision und neue Möglichkeiten bringen. Und auch die hochgenaue (Zeit)-Synchronisation von Netzwerken und Anwendungen wie Finanztransaktionen hängen von leistungsfähigen Satelliten-Systemen ab.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:10

„Der Baustein Navigation gibt wichtige Chancen in einer Intelligenten Welt“ erläutert Siegfried Wagner von in – Integrierte Informationssysteme GmbH in seinem Vortrag. 

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:12

Wie lassen sich smarte Produkte und intelligente Geschäftsmodelle mit Lokalisierungs-Daten verbessern? Die Position ist eine wichtige Eigenschaft virtueller und realer Produkte.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:13

Outdoor ist nicht genug – auch Indoor-Navigation spielt in Zukunft eine entscheidende Rolle. Siegfried Wagner fordert georeferenzierte Shopfloors.

Christian Spanik 14.09.201511:14

Einfach ist das alles nicht – wie die Folie des Vortragenden Siegfried Wagner zeigt…

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:15

„Wer erinnert sich noch an KITT, das selbstfahrende Auto? Im Mittelpunkt steht aber nicht das autonome Fahrzeug, sondern sein Passagier. Und neben Pkws und Lkws gibt es noch viele weitere Fahrzeuge, deren Positionsinformationen relevant sein können und die sich in Richtung Autonomie entwickeln – wie etwa Boote.“

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:18

Ist Navigation wirklich so wichtig für Industrie 4.0? „Wenn Produktion und Logistik passieren, ohne dass Menschen vor Ort sind, spielt die Positionsbestimmung natürlich eine sehr wichtige Rolle“, antwortet Siegfried Wagner. „Nicht nur die Zuverlässigkeit der Ankunftszeit ist wichtig, sondern auch die absolute Position eines Fahrzeugs oder Produkts.“

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:21

„Wir sollten alles dafür tun, dass wir Plattform-Technologien selbst haben – denn sie sorgt für die Wertschöpfung.“ sagt Siegfried Wagner. „Wir sind in Deutschland technologisch oft ganz weit vorn, aber bekommen die Kraft dann oft nicht auf die Straße – oder übersetzt: Bei der Vermarktung haben dann andere die Nase vorn. Hier sollten wir ansetzen, um uns für die Zukunft aufzustellen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:23

Nach der Positionsbestimmung durch die bisherigen Vorträge, folgen am Nachmittag vier Workshops, die einzelne Fragestellungen vertiefen werden.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:29

Prof. Gerd Buziek vom DDGI (Deutscher Dachverband für Geoinformation e.V.) und der ESRI Deutschland Group GmbH stellt den von ihm moderierten Workshop vor: Workshop Nummer 1 untersucht die Qualität und Möglichkeiten aus Positionsdaten: Zusammenführung verschiedener Datenquellen, Big Data, innovative Werkzeuge zur Lokalisierung. Ziel ist eine Vision für 2020 oder 2025: Warum ist Deutschland der richtige Standort für die Verknüpfung aus Position, Navigation und Geodaten?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:31

Prof. Rolf-Jürgen Ahlers vom Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg wird Workshop Nummer 2 moderieren: „Automatisierte Anwendungen und verlässliche Navigationstechnologie“ Wo liegen Potenziale für die Verbesserung von Mobilität durch Navigationsdaten? Wie kann Grundlagenforschung Innovation und Geschäftsmodelle vorantreiben?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:32

Prof. Rolf-Jürgen Ahlers vom Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg wird Workshop Nummer 2 moderieren: „Automatisierte Anwendungen und verlässliche Navigationstechnologie“ Wo liegen Potenziale für die Verbesserung von Mobilität durch Navigationsdaten? Wie kann Grundlagenforschung Innovation und Geschäftsmodelle vorantreiben? Wie wirken Gesamt-Verkehrskonzepte interaktiv aufeinander ein?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:38

Dr. Carsten Günther von Heidelberg Mobil und Vorstandsmitglied der bwcon (baden-württembergisches Netzwerk zu IT-Themen) moderiert Workshop Nummer 3: „Navigations-Lösungen und Zukunftstechnologien“. Wie können Sensorik und Messtechnik, integrierte Schaltungen, Telekommunikation, Infrastruktur und andere Bausteine dazu beitragen, Qualität und Möglichkeiten von Positionsdaten und -informationen zu verbessern? Welche Anforderungen stellen Anwendungen insbesondere an die Indoor-Nagivation?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:43

„Markt“ ist das Stichwort im Workshop Nummer 4, moderiert von Niels Eldering vom ESA BIG (Business Incubation Center der Europäischen Raumfahrtagentur ESA): „Aus dem Kopf auf den Markt: Neue Geschäftschancen für Navigations- Lösungen/GNSS-bezogene Lösungen“ Welche Rolle spielt Satellitennavigation als Innovationstreiber? Was müssen Startups und Unternehmer beachten, wenn sie sich im GNSS-Markt engagieren? Wie funktionieren diese Märkte, wie kann Europa durch gezielte Zusammenarbeit seine Position auf dem Weltmarkt verbessern? Welche Möglichkeiten zur Finanzierung kommen in Betracht?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201511:57

„Markt“ ist das Stichwort im Workshop Nummer 4, moderiert von Niels Eldering vom ESA BIG (Business Incubation Center der Europäischen Raumfahrtagentur ESA): „Aus dem Kopf auf den Markt: Neue Geschäftschancen für Navigations- Lösungen/GNSS-bezogene Lösungen“. Welche Rolle spielt Satellitennavigation als Innovationstreiber? Was müssen Startups und Unternehmer beachten, wenn sie sich im GNSS-Markt engagieren? Wie funktionieren diese Märkte, wie kann Europa durch gezielte Zusammenarbeit seine Position auf dem Weltmarkt verbessern? Welche Möglichkeiten zur Finanzierung kommen in Betracht?

Christian Spanik 14.09.201512:06

Und nun ist Mittagspause für die Teilnehmer – aber sie haben alle noch für unsere Online-Besucher geklatscht … Also: Ihr Applaus hier …

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201512:11

„Markt“ ist das Stichwort im Workshop Nummer 4, moderiert von Niels Eldering vom ESA BIG (Business Incubation Center der Europäischen Raumfahrtagentur ESA): „Aus dem Kopf auf den Markt: Neue Geschäftschancen für Navigations- Lösungen/GNSS-bezogene Lösungen“ Welche Rolle spielt Satellitennavigation als Innovationstreiber? Was müssen Startups und Unternehmer beachten, wenn sie sich im GNSS-Markt engagieren? Wie funktionieren diese Märkte, wie kann Europa durch gezielte Zusammenarbeit seine Position auf dem Weltmarkt verbessern? Welche Möglichkeiten zur Finanzierung kommen in Betracht?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201514:16

In Workshop 1 („Mehrwert durch Verknüpfung: Navigationstechnologie und Geoinformationen“) gibt Klaus Herrig von Garmin einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Trends bei Navigationsdaten: Stark im Fokus stehen heute vor allem Fahrerassistenzsysteme. Die Anzahl von POIs im digitalen Kartenmaterial ist heute kein Differenzierungsmerkmal mehr – die Suche danach erfolgt ohnehin meistens online. Technisch geht der Trend daher zur Hybridnavigation – der Verbindung von Onboard-Kartendaten mit Offboard- (also Online-) Zusatzinformationen und -Aktualisierungen. Gefordert ist eine Standardisierung von Informations- und Datenformaten, mit „NDS“ (Navigation Data Standard) gibt es dafür einen erfolgversprechenden Kandidaten. Doch bei alledem dürfen die Marktteilnehmer nicht vergessen, dass mit Google, Apple und andere neue, starke Spieler auf den Markt drängen. 

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201515:09

In Workshop 2 („Automatisierte Anwendungen und verlässliche Navigationstechnologie“) gaben Industrievertreter einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Rahmenbedingungen rund um Satellitennavigation. Dr. Jürgen Weber von der Porsche-Tochter MHP (Mieschke, Hoffmann & Partner) verdeutlichte dabei die Perspektive der Autohersteller und die dort derzeit akuten Fragestellungen. Denn die Vernetzung einerseits zwischen Smartphone und Auto und andererseits zwischen dem Auto und seiner Umwelt führt zu erheblichen Änderungen in ihren Geschäfts- und Entwicklungsprozessen. Wie lässt sich die Verfügbarkeit und Qualität digitaler Dienste über die Lebensdauer eines Fahrzeugs sicherstellen – auch und gerade unter wirtschaftlichen Aspekten, also hinsichtlich der Finanzierung? Das Problem: „Beim Smartphone sprechen wir von 2 bis 4 Jahren, bei einem Fahrzeug von 10 und mehr Jahren“. Wie lassen sich Kooperationen und Geschäftsmodelle zum beiderseitigen Vorteil entwickeln, wenn man als gegeben voraussetzt, dass die Kompetenz von Google hinsichtlich Such- und Analyse-Algorithmen nicht mehr einzuholen ist? Wie lassen sich relevante Schnittstellen (etwa zwischen der Cloud und dem Fahrzeug) standardisieren? Erste Antworten auf diese Fragen verspricht die weitere Diskussion im Rahmen dieses Workshops.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201516:03

Workshop 3 („Innovationstreiber Navigationstechnologie: Navigations-Lösungen und Zukunftstechnologien“) ist zwischenzeitlich bei der Betrachtung neuartiger Lösungen zur Indoor-Navigation angekommen. Dr. Georg Schroth stellte seine Firma NavVis und deren System für Indoor-Mapping vor. Das Unternehmen hat einen spezialisierten Sensoren-Trolley entwickelt, der durch die zu erfassenden Räume geschoben wird und dabei eine navigationsfähige 3D-Karte der Räume und ihrer Ausstattung digitalisiert. Für virtuell begehbare Räume erfassen Kameras zudem die zugehörigen Bilder. Nach der Kartenerstellung ist das Navigieren im Gebäude auf Basis von HTML5 per App oder Browser möglich, wobei auch Interaktionen mit der Gebäudekarte wie das Setzen von Wegpunkten, das Anklicken von Zusatzinformationen oder Bemaßungen unterstützt werden. Praktische Anwendungen sieht Dr. Schroth etwa beim Routing von Waren und Personen, in Bereichen wie Retail und Museen oder auch zur Dokumentation von Bauprojekten. All dies ermöglicht NavVis nach eigener Aussage erheblich kostengünstiger und schneller als bislang verfügbare, konkurrierende Lösungen.

Christian Spanik 14.09.201516:29

Also: die sind wirklich fleißig hier auf der Konferenz. Ich erzähle mal eine gaaaanz traurige Kuchengeschichte so am Rande (und ich glaube nicht, dass das Problem daran liegt, dass die SatNav Experten ohne Navigationstools das Kuchenbuffet nicht finden…)

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201516:32

Stimmungsbild und Diskussionsstand aus Workshop 4 („Aus dem Kopf auf den Markt: Neue Geschäftschancen für Navigations-Lösungen“): Startups und kleine Unternehmen haben große Bedenken, auf Großkonzerne wie Google zuzugehen – nicht zuletzt davor, dass ihre Idee gestohlen werden könnte. Dabei sagen Venture-Capital-Kenner und Business Angel: Diese Sorge ist weitgehend unbegründet. Zündet die Idee des Startups wirklich, wird dieser eher zum Übernahmekandidaten, als dass ein Großunternehmen innerhalb seiner schwerfälligen Struktur versucht, dessen Idee zu kopieren. Dafür gelingt es „den Großen“ besser, Märkte aufzuschließen. Allerdings: Monopolisten versuchen, ihre eigene Position zu halten und nehmen dafür zum Beispiel auch starken Einfluss auf regulatorische Entscheidungen. Zwischenfazit: Synergien zwischen Klein und Groß sind gegeben und sollten besser genutzt werden. Dabei sollte sich jeder Beteiligte über sein eigenes Know-how und seine Stärken klar sein. Welche Rolle kann die Öffentliche Hand dabei spielen? Sie soll vor allem günstige Rahmenbedingungen setzen. Sind sie gegeben, verspricht die Wirtschaft, ihre Aufgaben allein zu lösen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201517:24

Die Diskussionen in den Workshops waren überaus lebhaft, engagiert – und zeitintensiv. Selbst die als Belohnung der Mühe winkende Kaffeepause konnte die Teilnehmer nicht pünktlich aus ihren Räumen locken. Doch mittlerweile haben alle vier Gruppen die Zielgerade erreicht. Mit zehn Minuten Verspätung geht das Programm nun weiter: in Kürze folgen die Kurzpräsentationen der Workshop-Ergebnisse.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201517:31

Die Diskussionen in den Workshops waren überaus lebhaft, engagiert – und zeitintensiv. Selbst die als Belohnung der Mühe winkende Kaffeepause konnte die Teilnehmer nicht pünktlich aus ihren Räumen locken. Doch mittlerweile haben alle vier Gruppen die Zielgerade erreicht. Mit zehn Minuten Verspätung geht das Programm nun weiter: in Kürze folgen die Kurzpräsentationen der Workshop-Ergebnisse.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201517:37

Prof. Gerd Buziek stellt im die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe vor – des Workshops Nummer 1, „Mehrwert durch Verknüpfung: Navigationstechnologie und Geoinformationen“:

Industrievertreter, öffentliche Hand, Forschungsvertreter – kamen gut miteinander ins Gespräch. Die Vertreter können gut miteinander – die entscheidende Voraussetzung dafür, „die PS auf die Straße zu bringen“ sind gegeben.

Alle bleiben jedoch aufgefordert, ihren Kunden und Partnern gut (und zum Teil besser) zuzuhören.

Intensiver hätten die Teilnehmer gern über IT-Plattformen und deren Bedeutung diskutiert. Auch Datenschutz wurde kontrovers diskutiert – Einigkeit besteht darüber, dass das Thema wichtig ist. Aber welche konkreten Konsequenzen sind daraus zu ziehen?

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201517:43

Prof. Rolf-Jürgen Ahlers zu den Ergebnissen seines Workshops, Nummer 2: „Die Mobilität der Zukunft beginnt jetzt: Automatisierte Anwendungen und verlässliche Navigationstechnologie“: 
Mobiltät ist ein Gesamtkonzept, er muss jetzt weiterentwickelt werden, um seine heutigen Schwächen zu beheben. Fusionierung von Daten kann die Verlässlichkeit steigern.

Beide Extreme wären nicht zukunftsfähig: Maximale Individualität im Verkehr genauso wenig wie hundertprozentig autonomes Fahren. Die Wahrheit liege wie so oft in der Mitte.

Die Angst der Automobilbranche vor Google, Apple und Co. ist weniger ausgeprägt als von den Medien manchmal vermittelt wird. Tatsächlich setzen beide Seiten stark auf Kooperation.

Mehr Diskussionsbedarf sieht Prof. Ahlers zu Datensicherheit und der Verlässlichkeit von Information.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201517:50

Dr. Carsten Günther, Moderator des Workshops Nummer 3 („Innovationstreiber Navigations technologie: Navigations-Lösungen und Zukunftstechnologien“) zum Fazit seiner Gruppe: Innovationstreiber wird ganz klar die Software sein, nicht die Hardware.

Für Dr. Günther überraschend war die Einschätzung der Teilnehmer, dass Technologiesprünge auf Seite der Hardware mittelfristig nicht zu erwarten sind. Allerdings: Sinkende Preise machen Sensorik weiter verfügbar. Sie liefern erheblich größere Sensor-Datenmengen, die mit Datenanalysen untersucht werden können.

Industrie 4.0 sei eine riesengroße Chance für den Standort Deutschland – nicht zuletzt, weil Mittelständler ihre Daten und Ideen US-Großkonzernen wie Google nicht mehr bereitwillig überlassen.

Zusätzlicher Diskussionsbedarf besteht aus Sicht der Gruppe zu Geschäftsmodellen und Partnerbeziehungen, etwa zwischen kleineren Unternehmen oder zwischen Forschung und Industrie.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:05

Niels Eldering im Gespräch mit Christian Spanik zu den Ergebnissen des von ihm moderierten Workshops 4, „Aus dem Kopf auf den Markt: Neue Geschäftschancen für Navigations- Lösungen/GNSS-bezogene Lösungen“:

Für einen Markterfolg müssen drei Player zusammenspielen: Unternehmen, Finanzierer und Unterstützer. Interessanterweise kommen sich kleine Firmen und große Firmen weniger ins Gehege als allgemein angenommen wird. Kleine Firmen adressieren kleine Märkte, große Firmen haben große Märkte im Blick. Werden die Kleinen jedoch größer und erfolgreicher, wäre eine gegenseitige Unterstützung jedoch wünschenswert.

Auch Zulieferer von Open-Source-Software und Open-Souce-Hardware spielen in diesen Beziehungen eine wichtige Rolle.

„Förderung“ dreht sich nicht nur um Wirtschaftsförderung, sondern nicht zuletzt um Forschungsförderung. Weiter zu diskutieren bleibt vor allem die Frage, wie sich diese beiden Unterstützungs-Funktionen besser miteinander verzahnen lassen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:08

Nun auf der Bühne: Ulrich Dietz, Vizepräsident BITKOM e.V. und Vorstandsvorsitzender GFT Technologies AG. Auf der CeBIT stellt er mit dem Projekt CodeN Startups vor – wobei das Konzept die gesamte Wertschöpfungskette begleitet. Da gibt es natürlich auch Widerstände. Dietz dazu lakonisch: „Es hat auch Vorteile, wenn man Mehrheitsgesellschafter in seinem eigenen Unternehmen ist.“


Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:09

Das Ergebnis war eine Win-Win-Geschichte für alle Beteiligten. Die ausstellenden Unternehmen konnten sich vor Publikum präsentieren und Geschäftskontakte anbahnen. Die Messebesucher erlebten Innovation aus erster Hand.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:10

Ulrich Dietz: „Wir sind Deutschland für Innovationen gar nicht schlecht aufgestellt.“ Ein Problem sieht er aber: In Deutschland seien Startups, Forscher und Unternehmen noch zu stark auf Produkte fixiert. Die erfolgreichen Geschäftsmodelle etwa in den USA (Beispiele wie Uber und andere) denken dagegen in Anwendungen, Geschäftsmodellen. Und dies sei das Erfolgsrezept.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:13

Wie lassen sich Querdenker in traditionelle Unternehmen integrieren, die nicht gerade den Startup-Gedanken leben? „Startups und Incubators sind derzeit sehr in Mode. Der Startup-Gedanke muss aber weit über das Marketing hinaus gehen.“ Wichtig sei es, den Prozess von der Anbahnung über Rechtsberatung, Vertragsgestaltung und ähnliches bis hin zur Entwicklung und Markteinführung zu gestalten.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:15

Kleine Unternehmen müssen keine schlechten Verträge machen. Besser kein Vertrag als ein schlechter Vertrag. „Die Großen zucken schon auch, wenn ihr Vertragspartner Startup mit professioneller Rechtsberatung aufwartet. Ich kann nur jedem Kleinen raten: Nimm Dir gescheite Anwälte.“ Knallharter Klartext von Ulrich Dietz: Startups müssten sich auch darüber klar sein, dass in einem Großunternehmen niemand wirklich für eine Entscheidung verantwortlich sein wolle.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:18

„In Sachen Startups ist Baden-Württemberg hinterher.“ Die Gründung innovativer Unternehmen funktioniere in Berlin, München und an anderen Orten besser. Hier sieht Ulrich Dietz Verbesserungspotenzial. „Wenn Sie in Stuttgart einen Accellerator machen wollen, wird erst mal diskutiert, welche der Hochschulen dafür verantwortlich ist. In dieser Zeit sind 
andernorts fünf Accellerator entstanden.“ Nicht zuletzt CodeN habe gezeigt, dass es eine andere Denkweise geben kann.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:22

„Allen Politikern, die ins Silicon Valley reisen und mit glänzenden Augen zurückkommen, kann ich nur raten: Schaut Euch mal an, was zum Beispiel das ZKM in Karlsruhe macht.“ Um das Innovationsklima zu verbessern, wäre es hilfreich, Vorschriften und Hürden abzubauen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:29

Zum Abschluss spricht nun Sabine Dannelke, Leiterin des Referats DG 23, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Sie unterstreicht, dass Navigation und Geoinformation wichtige Schlüsseltechnologien sind. Chancen ergäben sich jedoch insbesondere in Verbindung mit anderen Technologien wie IT oder der Autobranche.


Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:31

Die Förderung der Verkehrs- und Netzinfrastruktur stehe für die Bundesregierung weit oben. Bis 2018 sollen Downloadrate bis zu 50 MBit/s möglichst flächendeckend zur Verfügung stehen.

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:33

„Seien Sie mutig, nutzen Sie die Chancen“, gibt Sabine Dannelke den Besuchern der Navigationskonferenz 2015 mit Blick auf die kommenden wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen auf den Weg. 

Hannes Rügheimer Hannes Rügheimer 14.09.201518:40

Zum Ausklang zitiert Moderator Christian Spanik die Design-Legende Hartmut Esslinger zum Thema Innovation: „Wer Eisenbahnen baute, verbesserte die Eisenbahnen, die Schienen und vieles an der Technik. Nur eines vergaßen sie dabei: Flügel an die Lokomotiven zu bauen – weil sie nicht an die Menschen dachten. Sie haben nicht verstanden, dass es um den Transport von Menschen geht – nicht um das bauen von Eisenbahnen.“

Der Moderator wünschte entsprechend, dass alle immer genau wissen, was ihr eigentlicher Job ist. Dann kann man auch die richtigen Ideen haben.

Für heute verabschieden wir uns von allen Lesern und bedanken uns herzlich für Ihr Interesse. In Kürze werden hier auf der Intelligenten Welt noch ausführlichere Nachberichte und Zusammenfassungen insbesondere der vier Workshops erscheinen.

Christian Spanik 14.09.201519:02

So – ich habe fertig. Aber Hannes noch nicht. Der macht noch Interviews mit den Workshop Leitern und mit Ulrich Dietz:. Und mit diesem Bild verabschiede auch ich mich für heute und aus dem Liveblog dieser Navigationsforms 2015

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