Senvisys: Innovatives Erkennungssystem für Züge und mehr

Aufmacherbild: (C) Intelligente Welt

Nähert sich auf bestimmten Gleisen gerade ein Zug? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, wenn der Zug noch einige Kilometer entfernt ist. Das Saarbrückener Startup Senvisys löst das Problem mit Schwingungs-Sensoren und cleveren Algorithmen. Dafür wurde es beim Startup-Accelerator der Deutschen Bahn ausgezeichnet und kann sein Konzept nun zur Serienreife weiterentwickeln. Intelligente Welt hat sich das System bei SCALE11 – der Startup-Sonderausstellung der CeBIT – näher angeschaut.

Das Grundprinzip: Herannahende Züge lösen Vibrationen aus, die sich kilometerlang über die Schienen verbreiten. Die von Senvisys entwickelten Sensoren erfassen diese Schwingungen, und der angeschlossene Rechner interpretiert sie mit innovativen Algorithmen. So lässt sich nicht nur relativ exakt die Ankunft eines Zuges vorhersagen, um etwa einen Bahnübergang zu schließen oder gefährliche Strecken zu sichern. Das System erkennt auch Objekte auf den Gleisen, wie zum Beispiel Baumstämme, Steine, oder Tiere. Dies erlaubt eine frühzeitige Warnung eventuell betroffener Züge. Die Möglichkeiten gehen so weit, dass das System den Gleis- und Räderzustand ermitteln kann, um Unfälle und Ineffizienzen im Bahnbetrieb zu vermeiden.

Das Startup hat seinen Standort im SciencePark der Universität des Saarlandes. 2015 stellte Senvisys seine Entwicklung im Rahmen der „mindbox“ vor – des Startup-Accelerators der Deutschen Bahn. Das Startup zählte zu vier Siegern, die aus ingesamt 120 Einreichungen gekürt wurden und kann sein System nun zur Serienreife weiterentwickeln. Senvisys-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Houssam El Moutaouakil rechnet mit einem Marktstart im Jahr 2018.

Vielzahl weiterer Anwendungen für das Senvisys-System

Wie der Diplom-Ingenieur betont, bietet das von seinem Unternehmen entwickelte System im Vergleich zu aktuellen Lösungen erhebliche Kostenvorteile in Material, Betrieb, Wartung und Installation. Außerdem unterstützt es noch viele weitere Anwendungen. So lassen sich mit den hochempfindlichen Schallsensoren etwa sicherheitskritische Installationen überwachen. Auf diese Weise können Sabotage- oder Diebstahlversuche rechtzeitig erkannt und gemeldet werden. Ein weiteres Anwendungsfeld könnte das prädiktives Monitoring von Maschinen und Installationen sein. So ließen sich mögliche Ausfälle frühzeitig erkennen und vermeiden.

Das folgende Video (Spielzeit: 2:15 Min.) stellt das System vor und erklärt seine Funktionsweise:

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https://youtu.be/0UaUbDbhqoc

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