Das Projektions-Armband von Cicret: Was ist dran?

Bei Smartwatches und Wearables gibt es einen klaren Zielkonflikt: Die Geräte sollen möglichst kompakt und leicht sein, ihre Displays zur Informationsanzeige und Interaktion aber möglichst groß. Da liegt die Idee eigentlich nahe, den Unterarm des Trägers per Projektion und Finger-Positionserkennung zum Touchscreen-Ersatz zu machen.

Mit dieser Idee ging das französische Startup Cicret erstmals Ende 2014 an die Öffentlichkeit. Wie üblich, illustrierte sie ihre Idee mit einem hübsch gemachten Promotion-Video – und ließ auch nicht unerwähnt, dass man für die Realisation dieser Idee über Spenden  850.000 Euro einzusammeln gedenke.

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Auf der Website des Unternehmens können Interessenten eine Spende in beliebiger Höhe bezahlen. Laut aktuellem Zähler (Stand Ende April 2015) haben das seither auch 6000 Spender getan, die dafür einen Eintrag in die Spenderliste erhalten. Die Höhe der Spenden oder die bisher auf diese Weise eingesammelte Summe lässt sich allerdings nicht erkennen. Anders als bei anderen Crowdfunding-Projekten üblich, erwerben die Spender auch keine Sonderrechte wie zum Beispiel einen vergünstigten Preis bei einer künftigen Markteinführung des Geräts. Als angestrebter Verkaufspreis des „Cicret Bracelets“ kursiert der Betrag von 400 Euro – wobei noch unklar ist, ob die zugrundeliegende Kalkulation wirklich aufgeht.

Untätig war der Hersteller aber wohl nicht. Seit kurzem kursiert nun ein weiteres Video auf YouTube, das einen ersten funktionsfähigen Prototypen zeigen soll:

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Wie in solchen Fällen typisch, ist das tatsächlich konstruierte Armband natürlich ein gutes Stück dicker als im Visions-Video, und die projizierten Texte und Grafiken sind ein gutes Stück unspektakulärer als in der ursprünglichen Visualisierung. Dennoch scheint das Video zu beweisen, dass Idee und Prototyp grundsätzlich funktionieren.

Was aus alledem wird, ist im Augenblick schwer einzuschätzen. Das neue Video scheint zu belegen, dass das Projekt in den letzten Monaten vorangekommen ist, und es sich wohl nicht um reine „Vaporware“ (also leere Versprechungen) handelt. Wie groß die noch zu überwindenden technischen und vertriebsseitigen Hürden sind, ist aber noch offen. Potenzielle Interessenten sollten sich beim Abliefern einer Spende darüber bewusst sein, dass dieses Projekt noch längst nicht in trockenen Tüchern ist, und zumindest die Höhe ihres Beitrags danach auslegen.

Zumal es kein unwahrscheinliches Szenario ist, dass bei sich abzeichnendem Erfolg einer der Großen aus der Mobilfunk- oder Wearable-Branche die Franzosen schlichtweg aufkauft. Es ist nicht auszuschließen, dass dies auch das tatsächliche Ziel der vier Gründer ist. Ob eine solche denkbare Entwicklung die Einführung des Projektionsarmbands dann eher beschleunigen oder verzögern beziehungsweise unter Umständen sogar ganz verhindern würde? Wer kann das schon sagen…

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