Die Digitalisierung der Lieferkette in der Landwirtschaft bietet neue Potenziale für Transparenz.

Chancen durch Digitalisierung der Lieferkette in der Landwirtschaft

Aufmacherbild: (C) gefrorene_wand, pixabay.com CC0 Public Domain

Überwachung von Produktionsbedingungen, Transparenz in der landwirtschaftlichen Lieferkette, neue Wege bei der Vermarktung und somit der Ansprache der Kunden – das sind die Möglichkeiten, die sich für Landwirte aus der Digitalisierung ergeben. Doch wie können Landwirte von diesen Möglichkeiten profitieren, an welchen Stellen lohnt sich Engagement – und wo liegen mögliche Risiken? Über diese Fragen sprach die Intelligente Welt im Rahmen der AgriTechnica 2015 mit Kai Schleyerbach, Senior Research Consultant und Team Leader Crop Production Research beim Marktforschungsunternehmen produkt + markt.

Die Kernthese von Kai Schleyerbach: „Die Digitalisierung bietet neue Einflussmöglichkeiten auf die Lieferkette durch Kunden in der Landwirtschaft“. So ergeben sich neue Potentiale für Transparenz und Vermarktung. Landwirte und Verbraucher müssen allerdings viel Engagement aufbringen, um daraus einen Nutzen zu ziehen.

In einem rund 11-minütigen Gespräch mit Intelligente-Welt-Chefredakteur Christian Spanik erläutert der Senior Research Consultant seine These. Wir haben den aufschlussreichen Talk auf Video mitgeschnitten:

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Bei allen Chancen und Potenzialen ist sich Kai Schleyerbach darüber bewusst, dass gerade in familiären Betrieben Landwirte bereits an der Belastungsgrenze arbeiten und deshalb Zeit für die zusätzliche Arbeit finden müssen, wenn sie etwa eine Beziehung zu ihren Kunden über soziale Medien oder andere Kanäle aufbauen wollen. Direktvermarkter investieren diese Zeit schon heute, für sie wäre eine Ausdehnung ihrer Aktivitäten in die digitale Welt deshalb weniger dramatisch – wer allerdings schon heute regelmäßig mit seinen Kunden kommuniziert, für den sei auch das Verbesserungspotenzial nicht ganz so hoch.

Dennoch bieten Twitter, Facebook, Web und Co. die Chance, den gefühlten Abstand zwischen Verbrauchern und der landwirtschaftlichen Produktion zu reduzieren. Wo möglich, könne ein landwirtschaftlicher Betrieb diese Aktivitäten zum Beispiel auch an die Auszubildenden delegieren, die sich ohnehin selbstverständlich in sozialen Medien bewegen.

Abwägung von Chancen und Risiken durch Digitalisierung und Transparenz in der Landwirtschaft

Auch die Risiken verschweigt Kai Schleyerbach nicht – sie reichen zum zusätzlichen Arbeitsaufwand über Missbrauchspotenzial etwa durch militante Tierschützer bis hin zur Frage, wer die Daten und Erkenntnisse aus Transparentinitiativen für seine Zwecke nutzen könnte – etwa Großeinkäufer und Händler, die allzu transparente Informationen für ihre Zwecke bei der Preispolitik nutzen könnten.

Andererseits unterlägen viele landwirtschaftliche Produkte wie etwa Milch oder Gemüse ohnehin starken Qualitätskontrollen. Tracking-Lösungen etwa durch QR-Codes auf Produkten beziehungsweise Verpackungen dienen zudem nicht nur der Interaktion mit dem Verbraucher, sondern in Krisenfällen etwa auch der Risiko-Prävention.

Daher sieht der Experte unterm Strich mehr Chancen als Risiken – aus dem direkten digitalen Kontakt mit dem Verbraucher könne die Landwirtschaft auch positives Feedback erlangen, ihr Image verbessern und somit Vorteile für die Vermarktung und Eigendarstellung ziehen. Und dies könne den Erfolg als Unternehmer im ländlichen Raum deutlich steigern.

 

 

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