Schöne bunte Drohnenwelt

Aufmacherbild: DJI Innovations

Da draußen gibt es eine Welt voller Visionäre. Und sie sehen in Drohnen nicht nur diese bösen Dinger, die man von Bildern aus dem Militäreinsatz und einschlägigen Science Fiction Filmen kennt – dieses fliegende Auge, das drohend über unseren Köpfen schwebt und uns ausspäht, oder die Kampfdrohne, die als Waffe im Kriegs-Geschehen eingesetzt wird. Nein, diese Visionäre sehen eine Welt voller Möglichkeiten, in denen uns „UAS“, Unmanned Aerial Systems, im ganz persönlichen Alltag helfen, uns zum Beispiel etwas zu essen liefern, beim Sport begleiten oder auch mal ein Leben retten. Und auf jeden Fall: Spaß machen.

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Hunger! Hier und jetzt!

Klar ist vieles was man heute davon sieht, noch in einem Forschungsstadium oder ein Marketinggag und funktioniert so noch nicht wirklich im Außeneinsatz. Doch die Betonung liegt auf NOCH. Denn wo eine Idee, da auch ein Weg. Oder in diesem Fall Luft unter den Rotoren. Lust auf eine Pizza? Kein Problem, der Propeller-betriebene Lieferdienst ist schon unterwegs. Den abendlichen Feierabendverkehr überfliegt er einfach. Heiß und fettig kommt in Zukunft von oben. Domino’s Pizza hat schon mal gezeigt wie’s gehen kann.

Beispiel: Domino’s Pizza Delivery UK

Oder wie wär‘s mit einem kühlen Bier? Bestellung läuft. Und ab geht’s, hoch über der Landschaft den Zielkoordinaten entgegen. Abgelegene Stelle? Mit dem Fahrzeug schwierig zu erreichen? Das ist dem fliegenden Butler egal. Er braucht nur einen geeigneten Landeplatz.

Beispiel: Lakemaid Beer

Und auch sonst lässt sich vieles per Drohne liefern, genau dorthin wo man sich befindet: Vielleicht nicht gerade ein Konzertflügel – aber Werkzeuge, Bücher, Sportgeräte, Schuhe, und so weiter, stellen kein Problem dar. Die Drohne liefert das Paket praktisch vor die Haustür.

Beispiel: Amazon Prime Air

Amazon spielt schon seit Jahren mit dem Gedanken.

Wo der Trend hingeht

Nick Sohnemann
Nick Sohnemann

TV-Journalist Christian Spanik sprach über dieses Thema und die Folgen für den Handel mit dem Gründer von FUTURECANDY, dem Trendforscher und Innovationsberater Nick Sohnemann. Lieferung per Drohne sieht dieser gar nicht so weit weg von der deutschen Industrie, in der teils bereits heute Just in Time oder Just in Sequence geliefert wird. Der Gedanke sei bisher nur in den normalen Einzelhandelsmodellen nicht angekommen. Auf Dauer in dem klassischen Supermarkt-Modell zu verharren, hält Sohnemann für Schwachsinn. Er prognostiziert eine Bereitstellungsindustrie und sieht in der Lieferoption per Drohne sogar ein Geschäftsmodell, mit dem kleine Händler ihre Margen aufbessern könnten, wenn sie es in Zukunft in ihr Einzelhandelsmodell aufnehmen. Sozusagen als Premium-Lieferservice.

Ausschnitt Interview Nick Sohnemann: 

Lust auf Veränderung

Dorothee Bär
Dorothee Bär

Was Sohnemann Schwachsinn nennt, bezeichnet Dorothee Bär als Bullshit. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur nimmt bei diesem Thema kein Blatt vor den Mund. Für sie ist klar, dass sich die Logistik im Zuge der Digitalisierung bewegen muss. Die Menschen erwarten in Zukunft nicht mehr nur Next Day Delivery sondern Same Day Delivery. Dieses Bedürfnis, diese Erwartung auszubremsen und die Kunden umzuerziehen, ist für sie eine krude These. Bär machte bei ihrer Keynote beim Bühnenmagazin der Intelligenten Welt auf der Fachmesse transport logistic 2015 klar, dass sie im Gegenteil dazu sogar den Gedanken der punktgenauen Lieferung vertritt. Und zwar was Uhrzeit wie auch Ort angeht. Nach dem Motto: Nicht ich warte auf den Paketdienst, sondern das Paket findet mich zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort, oder noch besser: dort wo immer ich mich dann gerade befinde.

Ausschnitt Keynote Dorothee Bär (Audio) – Bühnenmagazin Intelligente Welt – transport logistic 2015:

Und sie traut in dieser Hinsicht der deutschen Logistikbranche auch eine Vorreiterrolle zu, wie sie im Talk mit Moderator Christian Spanik betonte. Talk_Baer_2Doch dabei ist wichtig: Es geht nicht nur um die Technik, die bereit sein muss, sondern auch um die Leidenschaft und die Lust an der Veränderung. Ist diese vorhanden, kann die Branche in diesem Sektor sogar eine Vorreiterrolle einnehmen.

Ausschnitt Talk Christian Spanik, Dorothee Bär – Bühnenmagazin Intelligente Welt – transport logistic 2015:

Doch nun genug von Politik und Prognosen. Gönnen wir uns abschließend noch ein paar Drohnen-Goodies.

Bitte lächeln!

Der Selfie-Stick war gestern. Und wäre auch total unpraktisch wenn man auf dem Snowboard den Hang runterbrettern oder im Kajak die Stromschnellen bezwingen will. Wie gut, dass der fliegende Paparazzo immer ein waches Auge auf uns hat. Die Selfie-Drohne braucht man dazu einfach nur in die Luft werfen und schon schwebt sie, je nachdem was man möchte, um einen herum, fliegt voran oder hinterher und hat dank GPS-Tracker das Objekt der Begierde immer im Visier.

Beispiel: Lily Robotics (Selfie Drone)

Rettung naht

Aber mal Spaß beiseite. Auch in bedrohlichen Situationen kann eine Drohne ihre Stärken ausspielen und Erste Hilfe leisten. Tritt ein Notfall ein, kann sie noch vor allen anderen Ersthelfern bei einer hilfsbedürftigen Person eintreffen. Bestückt zum Beispiel mit Kamera und Defibrillator könnte so quasi per Fernsteuerung ein Leben gerettet werden.

Beispiel TU Delft: Ambulance Drone:

Buchtipp

Wer jetzt Lust bekommen hat auf noch mehr Drohnen-Visionen, dem sei zum Schluss noch ein Buch ans Herz gelegt: Der Kriminalroman „Drohnenland“ von Tom Hillenbrand. Er wirft die Frage auf: Kann man in einer völlig überwachten Welt noch unentdeckt einen Mord begehen? Christian Spanik, begeisterter Leser, TV-Journalist, Moderator und selbst Jugendbuch-Autor sagt über den Roman:

„Drohnenland war für mich als Technikfan ein unglaublich spannendes. Buch. Es hat mir mehr Ideen und Gedanken mitgegeben darüber wie eine technologische Zukunft aussehen kann, als zum Beispiel das hochgelobte >>The Circle<<, das ich als Rezensent reichlich verrissen habe… “

Christian Spanik

DrohnenlandMit dem Klick auf das Cover geht es zum Link der Verlagsseite.

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