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Digitalisierung im Mittelstand: KMU werden fit für die Zukunft

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Neue Geschäftsmodelle, optimierte Prozesse, mehr Schlagkraft im Wettbewerb – konsequente Digitalisierung in kleinen und mittelständischen Betrieben verspricht viele Vorteile. Doch der Schritt in die Zukunft erfordert Investionen und die Bereitschaft zum Umdenken. Viele Unternehmen sind dazu bereit, zahlreiche schon mittendrin, auch dank zahlreicher Initiativen, die von Forschungseinrichtungen begleitet werden. Sie helfen dabei, die KMUs fit zu machen für digitale Innovationen.

„Um effektiv von der digitalen Transformation zu profitieren, benötigen Unternehmen digitale Intelligenz. Dies ist die zentrale Fähigkeit, um digitales Momentum aufzubauen und einen Game Change zu ermöglichen.“

Nach Ansicht von Serhan Ili und Ulrich Lichtenthaler, Experten der Ili Consulting AG und Herausgeber des Buchs „Digital or dead“, meistern die Unternehmen diesen Wandel – oder sie driften über kurz oder lang in Richtung des zweiten Adjektivs im Titel ihres Buches. Denn die Kombination verschiedener Kriterien lege die Hürden sehr hoch: „Erstens müssen sie auf dem Papier funktionieren. Zweitens müssen sie am Markt erfolgreich sein. Drittens müssen sie sich positiv auf das Bankkonto auswirken.“

Ili und Lichtenthaler zeigen, wie führende Unternehmen wichtige Herausforderungen angehen rund um Innovation, digitale Transformation und disruptive Geschäftsmodelle. Das Buch beinhaltet Beiträge und Interviews mit Experten etwa von der Allianz,  Cisco, Comdirect, der Lufthansa, Evonik, Oracle oder Volvo. Und es enthält auch einen Leitfaden, an dem sich veränderungswillige Firmen orientieren können. Die „Wirtschaftswoche“ hat die wichtigsten Thesen zusammengefasst.

Die „Wirtschaftswoche“ hat zusammengefasst, an welchen Leitlinien sich veränderungswillige Firmen orientieren können. (C) WiWo.de / Screenshot Webseite

Großes Potenzial durch Digitalisierung im Mittelstand

Was die Digitalisierung überhaupt für den Mittelstand bedeuten kann, erklärt ein zweiminütiges Video der KfW, die viele KMUs bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten begleitet. Nach einer Untersuchung der eigenen Forschungsabteilung KfW Research investiert der deutsche Mittelstand in der Regel eher kleinere Beträge – und nur fünf Prozent mehr als 100.000 Euro pro Projekt. Als Beispiel für das Video wurde die Fröhlich Plastics Group ausgewählt, die seit dem Wandel durch Beschleunigung und Expansion profitiert.

Sechs weitere Minuten drehen sich um eine andere Branche: Wie kleine und mittlere Bauunternehmer konkurrenzfähig werden können, zeigt ein Video der Intelligenten Welt.

Treibende Kräfte hinter den gezeigten Projekten sind Forschungseinrichtungen wie die Ruhr-Universität Bochum (Projekt „eBauen“), das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik („eMasterCraft“) und das Fraunhofer-Institut für Bauphysik sowie Arbeitswirtschaft und Organisation („BIMiD“). Aus ihrer Forschung heraus entstehen Lösungen, die es den Unternehmen ermöglicht, Prozesse zu optimieren und ihrerseits wiederum Innovationen zu entwickeln.

Wichtig für Digitalisierung: Wissensaustausch zwischen Forschung und Wirtschaft

„Angesichts der immer schnelleren Innovationszyklen halten die Experten neben der Digitalisierung auch den Wissensaustausch zwischen Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft für notwendig, um die Innovationskraft des Mittelstands zu stärken.“ (IfM Bonn)

Dies ist eine der zentralen Erkenntnisse einer Untersuchung des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM). Anfang des Jahres ging es der Frage nach, in welchen Bereichen zum Thema Digitalisierung der größte Handlungsbedarf für die Unternehmen besteht. Befragt wurden Vertreter von Wirtschaftsverbänden, Wirtschaftskammern und Berufsverbänden, renommierte Wirtschaftsforscher auf nationaler und internationaler Ebene sowie Mittelstandsexperten in den Wirtschaftsministerien auf Bundes- und Landesebene.

Ergebnis: Redet mehr miteinander!

Dass Kooperationen umso wichtiger sind, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern, hat auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erkannt. Um mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe zu unterstützen, hat das BMWi bundesweit elf „Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren“ eingerichtet, die oft unter der Leitung von Forschungseinrichtungen stehen. Zwölf weitere sollen in diesem Jahr hinzukommen, die ersten werden bereits im Sommer starten.

In den Zentren wird aktuelles Wissen zur Digitalisierung, Anwendung von Industrie 4.0 und Vernetzung betrieblicher Prozesse gebündelt und speziell für den Mittelstand aufbereitet – in der Hoffnung, dass KMUs das Potenzial der Digitalisierung erkennen und mit Hilfe der Kompetenzzentren für sich entdecken. Darüber hinaus können die Firmen sogar eigene technische Entwicklungen und Schnittstellen austesten.

Die Kompetenzzentren im Überblick

Das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Hannover richtet sich an Unternehmen in Niedersachsen und Bremen und wird getragen vom Produktionstechnischen Zentrum der Leibnitz Universität und dem Institut für Integrierte Produktion Hannover. Beide Einrichtungen bündeln die Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Produktion. Spannend sind vor allem die „Expertenfabriken“ zu den Themen Produktionstechnik, Automatisierung und Big Data, Selbststeuerung, Energietransparenz, IT-Security und vieles mehr.

Zu den Projektpartnern des Zentrums Berlin-Brandenburg zählen unter anderem die Technische Hochschule Brandenburg, die Universität Potsdam und das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik. Lernlabore und Prozesswerkstätten im Bereich Industrie 4.0 demonstrieren die Möglichkeiten, und es werden Methoden zur schnellen Realisierung neuer Geschäftsmodelle gezeigt, beispielsweise „Rapid Prototyping“.

Weitere Kompetenzzentren sind:

Hamburg – mit dem Schwerpunkt auf Logistik und Supply Chain sowie den Partnern Technische Universität, Helmut-Schmidt-Universität, Hochschule für Angewandte Wissenschaften u.a.

Kaiserslautern – betrieben vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und der Technische Universität Kaiserslautern. Highlights sind eine realitätsnahe Demonstrations- und Testumgebung mit einer komplett modularisierten Industrie-4.0-Anlage sowie ein Showroom zum Thema Digitalisierung für Handwerk und Baugewerbe.

Chemnitz – unter der Leitung der Technischen Universität Chemnitz, Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme.

(C) Kompetenzzentrum Ilmenau / Screenshot Webseite

Ilmenau – geleitet von der Technischen Universität der Stadt, Fachgebiet Fertigungstechnik. Ebenso an Bord sind die Ernst-Abbe-Hochschule Jena sowie verschiedene Institute.

Darmstadt – unter der Leitung der Technischen Universität Darmstadt, Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen. In verschiedenen Lernfabriken werden Abläufe typischer mittelständischer Industriebetriebe mit echten Produkten abgebildet. Projekte in Unternehmen sowie Forschungsprojekte drehen sich um die Themen effiziente Fabrik, cyberphysische IT-Systeme der Industrie 4.0 oder auch intelligente Werkzeuge für die vernetzte Fertigung von morgen.

Dortmund – die Federführung hat hier das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, weitere Partner sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik, das Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation, das Forschungsinstitut für Kognition und Robotik sowie das Forschungsinstitut für Rationalisierung.

Augsburg – unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik und mit Partnern wie der Technischen Universität München. Ein besonderes Angebot sind Exkursionen für KMUs zu bereits digitalisierten Unternehmen, beispielsweise zur Besichtigung von Demonstratoren vor Ort.

Stuttgart – unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation und mit Partnern wie dem FZI Forschungszentrum Informatik sowie verschiedenen weiteren Fraunhofer-Instituten. Auch stehen Weiterbildungsmöglichkeiten, Lernfabriken und Best-Practice-Beispiele zur Verfügung.

Auch das Handwerk soll digital(er) werden

Ein weiteres Kompetenzzentrum dreht sich um „Digitales Handwerk“ im gesamten Bundesgebiet und ist auf vier Standorte aufgeteilt. In Oldenburg können sich die KMUs über die Digitalisierung im eigenen Betrieb informieren, in Dresden über neue IT-gestützte Geschäftsmodelle, in Oberfranken über Automatisierungstechnologien und in Koblenz über optimiertes Prozessmanagement. Entsprechend werden digitale Lösungen vor Ort live vorgeführt. Projektpartner ist neben anderen das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover.

Leitfaden Digitalisierung für den Mittelstand

Den Unternehmen, die die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich entdecken wollen, sei nicht nur der Besuch im nächstgelegenen Kompetenzzentrum empfohlen. Hilfreich ist auch eine Selbstprüfung, wie digital man bereits im Vergleich zur eigenen Branche und Größenklasse unterwegs ist und wo die Stärken und Schwächen liegen. In nur 15 Minuten lässt sich der Digitalisierungsgrad des Unternehmens ermitteln – auf der Kampagnenseite des „Digitalisierungsindex Mittelstand“, einer repräsentativen Telekom-Studie in Zusammenarbeit mit dem Analystenhaus techconsult.

Der Digitalisierungsindex Mittelstand zeigt erstmals eine valide Messgröße für verschiedene Digitalisierungs-Aspekte. (C) Deutsche Telekom

Aus den Ergebnissen einer Umfrage unter 1.016 KMUs haben die Analysten einen Index entwickelt, der erstmals eine valide Messgröße für verschiedene Digitalisierungs-Aspekte bietet.

Die Studie zur Digitalisierungsstrategie ist kostenlos abrufbar. (C) Crisp Research AG
Die Studie zur Digitalisierungsstrategie ist kostenlos abrufbar. (C) Crisp Research AG

Außerdem lohnt ein Blick in den 57-seitigen „Leitfaden Digitalisierung“, den die Unternehmensberater von Crisp Research, der Fachverband EuroCloud Deutschland und der IT-Dienstleister QSC AG herausgegeben haben. Er liefert Antworten auf Fragen wie: Welche Weichen müssen für den Wandel im Unternehmen gestellt werden? Wie gelingt der Spagat zwischen Tradition und der neuen digitalen Welt? Wer im Unternehmen sollte dabei welche Rolle spielen? Der Leitfaden führt in sechs Themen-Schwerpunkten durch die wichtigsten Stationen, die Unternehmen typischerweise bei der Digitalisierung durchlaufen.

 

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