Livesendung bei Intelligente Welt: Digitale Zukunft? Ausbildung in Transport und Logistik

Gemeinsam mit der VerkehrsRundschau, dem TRUCKER und der Unterstützung von Toll Collect berichten wir morgen in einer Live-Sendung über das Thema Ausbildung in der Transport- und Logistikbranche – und zwar in Zeiten des digitalen Wandels. Wer mit diskutieren will, kann das direkt unter unserem Posting auf unserer Facebookseite tun. Oder einen Tweet senden an @intelliwelt – beides sehen wir und können die Fragen und Gedanken in die Sendung einspielen und auch live beantworten. Im Studio haben wir als Gast Gerhard Grünig, Chefredakteur von Trucker und Verkehrsrundschau. Also: wer nicht in Facebook ist: hier gucken und per Twitter mitreden.

Ausbildung Logistik

Die Sendung rund um die Ausbildung in der Logistik wird kurze Zeit später auch über Youtube verfügbar sein und auch hier in schriftlicher Form in den Kern-Aussagen nachzulesen sein.

Die Sendung wird mit freundlicher Unterstützung von TollCollect ermöglicht.

Ausbildung in Transport und Logistik: Digitalisierung trifft Praxis

Woher kommen eigentlich die Fahrerinnen und Fahrer für die Logistik der Zukunft? In einem Beruf, der sich enorm wandelt. Das Motto der Livesendung war: Digitalisierung trifft Praxis. Auf der einen Seite gibt es die „Digitalisierer“ die sagen, demnächst kommt der Selbstfahrende LKW, das selbsteinparkende Fahrzeug, es kommt Platooning und dann wird der Berufskraftfahrer ein ganz neuer Beruf werden. Dann gibt es die Praktiker, die sagen dass das nicht ganz so einfach werden wird. Und ganz ehrlich: wir haben ein paar ganz andere Sorgen. Um diese Fragen und Betrachtungen ging es bei dieser Livesendung …

Direkt unter dem Livestream-Fenster, befindet sich eine Gesamtzusammenfassung der Livesendung.

Statt Studiogast gab es eine Skype-Schalte

Eigentlich war geplant, dass Gerhard Grünig, Chefredakteur von Trucker und Verkehrsrundschau als Gast bei der Livesendung dabei sein soll. Leider war er aber dann am Tag der Livesendung krank und konnte nicht dabei sein. Aber er hat einen Kollegen empfohlen, der dann auch via Skype Schalte  dabei war und uns in der Sendung Rede und Antwort auf unsere Fragen gestanden ist. Jan Burgdorf – er ist Redakteur bei Trucker und bei der Verkehrsrundschau.

Das Ausbildungssymposium auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016

Zunächst erzählte Christian Spanik kurz etwas von der IAA Nutzfahrzeuge 2016 – genauer gesagt, von dem Ausbildungssymposium. Auf der IAA für Nutzfahrzeuge gab es nämlich im letzten Jahr ein Ausbildungssymposium – das stand unter dem Motto „Hallo, Zukunft!“ – eine Nachwuchsinitiative des Verlags Heinrich Vogel und von Toll Collect. Das ganze findet statt unter der Schirmherrschaft von Staatssekretärin Dorothee Bär und beim Symposium gab es viel Unterstützung des BGL – das ist der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.  Denn wenn Deutschland Logistik-Weltmeister bleiben soll, ist das ein ganz wichtiges Thema. Dementsprechend hochkarätig waren auch die Diskutanten beim Ausbildungssymposium …

Zum Thema Nachwuchsproblematik

Um sich erstmal einen Überblick zu verschaffen, guckte Christian in der Sendung zunächst einmal auf das Thema Nachwuchsproblmatik. Geht man nämlich nach der Nachfrage, dann sieht das Berufsbild hier als Fahrer in der Logistik eigentlich ganz rosig aus. Und auch wenn man die jungen Leute fragt die es machen: Es gibt schon einige junge Menschen die den Beruf ergreifen wollen – und die hat das Redaktionsteam auf dem Truck Grand Prix am Nürburgring getroffen. Dennoch: andere Stimmen in der Branche sagen es gibt ein Problem, das man nicht ignorieren darf …

Jan Burgdorf, Redakteur beim Trucker und bei der Verkehrsrundschau, bestätigte in der Sendung, dass diese Problematik leider auch sehr real ist. Das liegt seiner Meinung nach  daran, dass zur Zeit viele Berufskraftfahrer in Rente gehen und einfach nicht genug junge Leute nachkommen. Die Branche habe den Trend ein wenig verschlafen – früher hat man sich in wenig darauf ausgeruht, dass die Leute bei der Bundeswehr den LKW-Führerschein gemacht haben und danach auch fahren konnten. Das gibt es in dieser Form jetzt nicht mehr. Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist auch nicht mehr so simpel wie früher – heute geht es um mehr, als um das bloße Fahren eines LKW’s. Und das ist auch gut so – das ist der richtige Weg. Für die jungen Menschen ist es aber auch oft eindeutig die Bezahlung die sie abschreckt. Vor allem in der Relation zu den geleisteten Stunden. Und, was bei diesem Beruf immer das Problem sein wird – man ist im Zweifel länger weg von zu Hause und hat da dann oft Probleme mit sozialen Kontakten. Auf die Frage, ob an dieser Stelle Digitalisierung helfen könnte, ist sich Jan Burgdorf sicher: die Digitalisierung wird erst helfen, wenn die ganze Sache Voll-Autonom läuft, also wirklich niemand mehr mitfahren muss. Und das kann noch lange dauern. Was die Veränderungen in der Ausbildung im Bezug auf die Technik anbelangt, ist sich Jan Burgdorf sicher, dass die angepasst werden muss. Ob sich daraus aber noch andere Tätigkeiten für den BKF ergeben, dass bezweifelte er in der Sendung sehr. Im Anschluss an dieses Gespräch, gab es einen kleinen Film zu sehen, der sich der Thematik gewidmet hat: der BKF der Zukunft …

Trucker-Romantik – gibt es sie noch?

Was sehr schnell klar wurde, auch wenn sich die Intelligente Welt mit dem Thema beschäftigt und in die Forschungslabore guckt, was da so alles entwickelt wird, um das Leben und Arbeiten für die Fahrer zu verbessern: Technik ist nur die eine Seite. Mehr Technik wird zwar helfen, aber nicht alleine das Problem lösen. Die Arbeitsbedingungen und das Umfeld spielen da eine zentrale Rolle. Und daraufhin wurde in der Sendung die Frage nach der altbekannten Trucker-Romantik gestellt – in einem kleinen Film wurde darüber gesprochen …

Es wurde deutlich: es gibt ganz praktische Probleme, die mit Technik nicht wirklich zu lösen sind. Obwohl  es auch mittlerweile Software und Apps gibt, die in Sachen Parkplatzsuche helfen sollen – aber dazu hat Christian später dann auch nochmal Jan Burgdorf befragt. Vorher wurde in der Livesendung gezeigt, was die Branche so macht, um zu helfen. Eine Aktion und ein Wettbewerb sind zwei Beispiele.

Gute Ausbildung spielt eine große Rolle

Wie in fast jeden Beruf, spielt auch beim Berufskraftfahrer eine gute Ausbildung eine wesentliche Rolle – da war sich Jan Burgdorf in der Sendung ganz sicher. Auf die Frage, ob es in Deutschland auch genügend digital-affine Ausbildungsbetriebe gibt, machte er ganz klar: da liegt schon auch ein wenig das Problem. Natürlich gibt es vor allem einige größere Firmen, die das schon sehr gut machen, die sich sehr viel Zeit nehmen und viel Energie in die Ausbildung stecken. Gerade kleine Unternehmen haben da eher noch nicht diese Möglichkeiten und haben das Thema Digitalisierung vielleicht auch noch gar nicht so „auf dem Schirm“.

Hohe Abbrecherquote

Im Rahmen des Ausbildungssymposium wurde auch die Abbrecherquote thematisiert – sie sei erschreckend hoch. Warum das so ist, wollte Christian von Jan Burgdorf wissen. Vieles läge hier am Ausbilder meinte Jan Burgdorf daraufhin. Es gibt natürlich auch sehr gute Firmen die das toll machen- andere Firmen nutzen oft Azubis als günstigen Fahrer, der für sein kleines Lehrlings-Gehalt eingesetzt wird, wie ein wirklicher Fahrer und in dem Fall dann auch ausgenutzt wird. Christian erwähnte in diesem Zusammenhang auch die soziale Komponente, von der viele jungen Leute auch oft abgeschreckt werden…

Zum Thema „Digitale Helfer“ wie zum Beispiel eine Parkplatz-App, wollte Christian von Jan Burgdorf wissen, ob das Dinge sind, die wirklich jetzt schon bald helfen werden. Für diesen war klar: es ist auf jedenfall ein guter Ansatz. Aber: der einzige mögliche Weg ist es einfach mehr Parkplätze zu bauen. Das hat in diesem Sinne eigentlich nicht viel mit Digitalisierung zu tun.

Wie können Projekte wie BEST BKF und „Hallo, Zukunft!“ helfen?

Bei BEST BKF geht es darum, das Ansehen des Fahrerberufs  zu stärken. Dieser Wettbewerb zeigt auch ganz klar, dass mehr Wissen dazu nötig ist, als bloße Verkehrsregeln oder ähnliches zu wissen. Es sind wirklich knifflige Fragen, die aus dem Stehgreif nicht zu beantworten sind. Es geht um betriebswirtschaftliche Dinge, es geht um Fahrzeugsicherheit, Ladungssicherung etc.

Bei „Hallo, Zukunft!“ steht es im Fokus, auf die jungen Leute zu zugehen, die vor der Ausbildung stehen und deswegen gehen die Initiatoren hier verstärkt an Schulen, die kurz vor dem Abschluss stehen. Dort werden dann Berufsbilder vorgestellt, die in der Logistik vorkommen. Es wird also versucht, die jungen Leute da abzuholen, wo sie gerade stehen – für Jan Burgdorf ein guter Weg.

Neuigkeiten bei der Maut

Für Christian war es ganz wichtig zu erwähnen: Partner der genannten Initiativen und auch der Livesendung ist Toll-Collect. Und nicht nur im Fahrerhaus kommt  durch Digitalisierung neues auf Fahrer und Logistiker zu. Auch an der Straße und wenn es um die Maut geht ist das so. Denn: das Mautsystem wird ausgeweitet. Hier kann man sehen, was Neues kommen wird und kriegt gleichzeitig die  wichtigsten Informationen dazu …

Die Begeisterung am Brennen halten

Neue Technologien werden – das ist für Christian auch klar geworden – neue Möglichkeiten bringen und damit auch andere junge Menschen, Jungen und Mädchen, auf die Idee bringen, sich für diesen Beruf zu entscheiden und zu begeistern. Das Feuer dafür am Brennen halten, das ist dann wohl die Hauptaufgabe für die Branche, aber eben auch derer, die es schon machen, denn auch die sind ja Botschafter ihres Berufes, wie dieser Film zeigt …

Ein Fazit

Eines ist für Christian im Laufe der Sendung klar geworden: Wenn Digitalisierung auf Praxis trifft – dann kommt man meist zum Schluss – diese beiden müssen sich noch ein bisschen näher kommen. Denn das wir mit digitaler Technik viel machen können, zum Beispiel beim autonomen Fahren und gerade in der Logistik, das ist klar.  ber nur weil in Zukunft dieses oder jenes gehen wird, sind die Probleme des Heute nicht einfach weg. Das muss man einfach auch ganz ehrlich anerkennen. Und: man kann die Probleme auch nicht einfach auf Morgen verschieben, frei nach dem Motto – wenn die Technik dann erstmal kommt, dann geht das sowieso alles ganz anders. Mag sein, aber noch ist es nicht soweit – das heißt wir müssen uns dazwischen bewegen, folgerte Christian in der Sendung daraus. Und darüber hinaus war für ihn ein weiterer wichtiger Punkt: die Digitalisierer, also die Forscher und Entwickler müssen noch mehr darauf achten, was eigentlich die Praktiker da draußen wirklich tun. Also raus aus dem Forscher-Elfenbeintürmchen   und hinein in die Praxis.

Aber: die Faszination an den großen Fahrzeugen bleibt. Christian durfte letztes Jahr selbst als Beifahrer mit einem der Best BKF mitfahren und einmal genießen mit so einem Fahrzeug über den Nürburgring zu fahren. Hier gibt es noch ein paar Impressionen dazu zum Schluss …

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