Helfer der SEB-ABC vor einem Bergungsräumgerät des THW

Rescue 4.0 – auch der Katastrophenschutz wird digital

Aufmacherbild: (C) Henry Grabowy – eigenes Werk, übertragen aus de.wikipedia nach Commons, gemeinfrei

Die Digitalisierung ist in allen Lebensbereichen selbstverständlich geworden. Also betrifft sie auch den Katastrophenschutz. „Ohne vernetzte Daten werden wir in Zukunft nicht mehr arbeiten können“, sagt Gerd Friedsam, Vizepräsident des Technischen Hilfswerks, im Gespräch mit der Intelligenten Welt. Doch sind Rettungsdienste und Behörden wirklich auf den digitalen Wandel vorbereitet?

Von der Ausbildung (zum Beispiel durch Simulationen) über die Einsatzvorbereitung (etwa der Erstellung von Gefahrenabwehrplänen) bis hin zum tatsächlichen Katastrophenschutzeinsatz vor Ort ist der Alltag im Rettungsdienst zunehmend von digitaler Technik geprägt. Oft wirken sich die Verbesserungen im Kleinen aus, wie etwa bei der Steuerung von Drehleitern oder Kränen. Manchmal wird es auch etwas spektakulärer. Wie zum Beispiel bei der Fernsteuerung eines ganzen Baggers oder dem Einsatz von Drohnen.

Das THW, so berichtet sein Vizepräsident Gerd Friedsam, nimmt dabei auch Eigenentwicklungen vor, beispielsweise die Verbesserung mobiler Messpegel. Er ruft aber auch andere Institutionen wie Feuerwehren oder am Katastrophenschutz beteiligte Behörden auf, sich an der Forschung und Entwicklung von Sicherheits- und Rettungs-Techniken zu beteiligen. „Feuerwehren oder das THW sollten sich nicht nur als Kunde solcher Lösungen verstehen.

Nicht zuletzt der demografische Wandel führe zu einem höheren Bedarf an Technik – künftig werden einfach weniger Menschen als haupt- oder ehrenamtliche Helfer zur Verfügung stehen. Da habe die Digitalisierung das Potenzial, die Situation zu verbessern: Sie beschleunige operative Prozesse, aber auch die Führung im Einsatz, verbessere Logistik und Informationsfluss. So trage sie zur Erhöhung der Sicherheit für die Einsatzkräfte bei.

Digitaltechnik im Katastrophenschutz

In seiner rund siebenminütigen Keynote auf der Interschutz 2015 führte Gerd Friedsam diese Überlegungen anhand praktischer Beispiele und strategischer Einschätzungen aus:

In der anschließenden Fragerunde wollte die Intelligente Welt wissen, ob das Beharrungsvermögen der Bürokratie in Behörden, angesichts solcher Entwicklung nicht zunehmend zum Problem werde. In diesem rund zweieinhalbminütigen Video sehen Sie Gerd Friedsams differenzierte Antwort auf diese Frage – die insgesamt Grund zur Hoffnung gibt:

 

 

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