09:59 – das Digitalmagazin: TENSTAR-Fahrsimulator *5G in der Landwirtschaft * Das regionale Webkaufhaus Lokaso

In der aktuellen Ausgabe unsers Digitalmagazins 09:50 fragen wir nach:

* Wozu braucht der Bauer einen Fahrsimulator, und was kann aus solchen Systemen in Zukunft werden?

* Welche Erwartungen setzt die Landwirtschaft ins künftige 5G-Netz?

* Wie macht die Firma Lokaso regionale Einzelhändler fit für Online-Handel und Digitalisierung?

Der digitale Landwirt

Die Agritechnica steht vor der Tür. Sie ist eine der größten Messen rund um das Thema Landwirtschaft. Und: Landwirtschaft ist mittlerweile hochgradig digital. Selbst Simulatoren werden dort mittlerweile eingesetzt. Die Idee des Fahrsimulators der Firma TENSTAR simulation ist, große Maschinen erst mal in einer sicheren Umgebung zu erproben.

Mit den simulationsbasierten Schulungs-Tools des Anbieters kann man das Bedienen von schweren Maschinen im Bau, Transport und Landmaschinen-Sektor erlernen. Durch eine sogenannte Motion Base werden auch die Bewegungen beim Fahren über Bodenwellen, beim Bremsen oder Losfahren simuliert.

Lisa Luttmann von Tenstar Simulation erklärt: „So kann man durchaus Gefahren reduzieren indem man zum Beispiel lernt, wann eine Maschine umkippt, wann die Ladung herunterfällt, welche steilen Abhänge man mit der Maschine noch herunterfahren kann und welche man vielleicht lieber vermeiden sollte.” Auf diese Weise lässt sich schweres Gerät testen, ohne Gefahr zu laufen, sich selbst oder die Fahrzeuge zu beschädigen – sind sie doch um einiges schwieriger zu steuern als ein Auto.

Ob Bau-, Transport- oder Landwirtschafts-Maschinen – die Firma TENSTAR bietet simulationsbasierte Schulungs-Tools für große Spezial-Fahrzeuge an.
Ob Bau-, Transport- oder Landwirtschafts-Maschinen – die Firma TENSTAR bietet simulationsbasierte Schulungs-Tools für große Spezial-Fahrzeuge an.

Nicht einzelne Landwirte, sondern in erster Linie Fahrschulen sollen mit den Simulatoren angesprochen werden. Doch auch in großen Bau-Unternehmen könnten die Geräte zu Trainingszwecken zum Einsatz kommen. Die eingespielten Simulationen können dazu je nach Bedarf des Unternehmens adaptiert werden. Ausführlicher hatten wir das Konzept bereits hier vorgestellt.

5G und die Landwirtschaft

Um noch weiter reichende Visionen einer digitalen Landwirtschaft umzusetzen, braucht es allerdings ein schnelles Netz. Dies wurde bei einer Veranstaltung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) betont. Es geht um Drohnen, um schnelle Reaktionszeiten und um gute Netzabdeckung.

„Um Landwirtschaft wirklich effizient zu machen, müssen wir die Heterogenität, die wir in der Natur haben, abbilden“, erläutert Dr. Eberhard Nacke von Claas KGaA mbH. „Wir haben unterschiedlichen Boden, wir haben ein Gewitter das hier vorbeizieht und einen Kilometer weiter nicht da war, wir haben Hangneigungen, wo die Sonne mal stärker und mal weniger hineinscheint. Wir haben vieles in der Natur, was einfach nicht zu standardisieren ist.“

Die Vision sei tatsächlich, jeder einzelne Pflanze eine IP Adresse geben. Dann könnte die Pflanze sich melden, wenn sie Nährstoffbedarf hat oder von Schädlingen befallen ist.

Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien vom Leibnitz Institute for Agriculutural Engineering and Bioeconomy e.V. (© TU Berlin/Pressestelle/Philipp Arnoldt)
Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien vom Leibnitz Institute for Agriculutural Engineering and Bioeconomy e.V. (© TU Berlin/Pressestelle/Philipp Arnoldt)

Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien vom Leibnitz Institute for Agriculutural Engineering and Bioeconomy e.V. pflichtet bei: „Bei Bäumen tun wir das heute schon. Wir fragen jeden einzelnen Baum, wie es ihm geht. Aber an einem Baum wachsen dann auch viele Äpfel oder Früchte.“ Bei Getreide kommt dieses Konzept noch nicht zum Einsatz – doch auch dort ist es nicht mehr weit entfernt, weil dort Teilflächen gezielt beobachtet und analysiert werden können.

WE DO DIGITAL

„WE DO DIGITAL“ ist ein Projekt des DIHK in Deutschland. Es sammelt viele interessante Projekte und auch spannende Erkenntnisse zu digitalen Geschäftsmodellen für den Mittelstand. Aber es gibt auch das eine oder andere kleine Problem. Christian Spanik hat mit Thimo Eckel von Lokaso gesprochen – einem der im Rahmen dieser Initiative präsentierten Unternehmen.

Fünf Gründe führt die Firma Lokaso für ihr Angebot an.
Fünf Gründe führt die Firma Lokaso für ihr Angebot an.

Lokaso ist sozusagen ein regionales Web-Kaufhaus, das regionale, inhabergeführte Einzelhandels-Unternehmen digitalisiert. Das Pilotprojekt in Siegen verdeutlicht die Idee: Dort wurde ein Marktplatz geschaffen und über gemeinsames Marketing den Kunden nähergebracht. Lakaso bietet den Kunden in der Region kostenlosen Versand an – ein Faktor, warum die Kunden dieses Angebot sehr gut annehmen.

Die überraschendste Erkenntnis aus dem Projekt war die hohe Akzeptanz von Lebensmittelangeboten. Bundesweit liegt der Anteil solcher Angebote am gesamten Online-Umsatz bei 0,8 bis 1,2 Prozent. Im Siegerland liegt er bei 25 bis 30 Prozent. Das Erfolgsrezept: Der regionale Fleischer oder der regionale Supermarkt wird für die Kunden quasi zum Online-Shop. Regionale Fahrer holen den Einkauf ab und bringen ihn am gleichen Tag zu den Kunden. In einer Region sei entscheidend, dass ein Händler nah bei den Kunden ist und umgekehrt. Und was liegt da näher als die Ware auch am gleichen Tag zu den Kunden zu bringen? Dabei gehe es darum, die in Deutschland dünn besetzte letzte Meile attraktiv zu überbrücken.

Allerdings räumt Thimo Eckel auch Hürden ein: „Wir sind sehr stark davon abhängig, dass gesetzliche Rahmenbedingungen einen Online-Handel in der jeweiligen Branche zulassen.“ Hier prallen manchmal noch Welten aufeinander. So habe die Apothekerkammer NRW darauf bestanden, die Kennzeichnung eines Lokaso-Fahrers, der die Arzneien ausfährt, zum Beispiel über eine Kappe der jeweiligen Apotheke sicherzustellen. Wenn drei Apotheken an dem Lieferkonzept teilnehmen, stößt dies natürlich an Grenzen der Praktikabilität.

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